1. Dezember 2013

Tatort: Happy Birthday, Sarah (Stuttgart)



Ich war ja nie ein Stuttgart-Fan. Weder von der Stadt, noch vom Dialekt, geschweige denn vom Tatort. Nach vielen mittelmässigen bis schlechten Folgen aus dem Schwaben-Ländle, hatte ich auch irgendwie gar keine Lust mehr, mich mit dem Stuttgarter zu befassen. So empfand ich auch die beiden Kommissare maximal noch als Durchschnitt. Absolut unspektakulär. Nun, langsam aber sicher muss ich mich jedoch fragen, ob das wirklich nur an Stuttgart lag bzw. liegt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mittlerweile über eine ziemlich lange Strecke nur noch mittelmässige bis schlechte Tatort-Folgen gesehen. Das Niveau ist weit weg von berauschend, und immer öfter frage ich mich, ob vielleicht gar nicht der Tatort das Problem ist.
Es soll ja z.B. Leute geben, die mögen die Pommes bei Mc Donalds nicht. Zu weich. Und wenn man mit ihnen zu Burger King geht, dann finden sie die irgendwie zu fettig. Beim Oranienburger sind sie zu salzig, im Sternen zu dick und im Federal zu fad. Aber irgendwann müssen sie sich vielleicht einfach eingestehen, dass sie Pommes gar nicht mögen. Das kann ja sein. Man muss ja nicht alles mögen. Vielleicht auch besser so, gesund sind sie ja eh nicht. Ja und mittlerweile ziehe ich Woche für Woche über den Tatort her, ohne mir wirklich zu überlegen, ob ich vielleicht einfach gar keinen Tatort mag. Vielleicht ist das einfach nicht mein Ding, genauso wie es Leute gibt, die keine Pommes mögen.
Aber dann bestellen sie zufälligerweise mal wieder eine richtige Portion mit Currysauce im Spatz, eine vom allerfeinsten, und die Fritten sind so sau gut, dass sie bei der ersten Berührung mit der Zungenspitze bis tief ins Nervenzentrum fühlen können, dass man den Tatort eben doch lieben würde, wenn er nur immer so gut wäre wie damals im Spatz.
Und genau wegen der einen Portion am Bärenplatz, werde ich eben doch nicht auf den Tatort verzichten. Wie ich vor kurzem ja schon geschrieben habe, bleibt mir nichts anders übrig als dranzubleiben und zu versuchen positiv an die Sache ranzugehen. Halt auf die Gefahr hin, dass ich dadurch Sonntag für Sonntag total enttäuscht ins Bettchen falle.
Also pusche ich nun meine Erwartungen erneut auf das Niveau von einem zumindest „guten“ Tatort, denn Stuttgart hat in der letzten Folge auch irgendwie bewiesen, dass sie sich in einem leichten Aufwind befinden. Und eine Sache möchte ich da speziell rausheben. Normalerweise, wenn die Kommissare im Tatort zu sehr in private Dinge verwickelt werden, ist das kaum erträglich, und wenn es auch noch um eine Trennung geht, ist eigentlich immer Fremdschäm-Alarmstufe Rot angesagt. In Stuttgart jedoch, wurde einer der beiden Kommissare aus heiterem Himmel von seiner Frau verlassen, weil sie einen andern Mann kennen gelernt hatte. Einen im Rollstuhl. Wie das in den 90 Minuten, neben dem ganzen Fall dargestellt und auch gespielt wurde, hat mich damals wirklich überzeugt. So müsste es eigentlich gemacht werden. Hoffen wir also sehr, dass sie das irgendwie auf diesem Niveau weiterziehen können, und dass der SWR nun auch im eigentlichen Fall (der war nämlich gar nix, das letzte Mal) noch mindestens eins draufsetzen werden wird. Die Kritiken jedenfalls sind ziemlich gut.
Ein Sozialarbeiter liegt tot im Klo eines Jugendheims. Ertrunken. Eine Täterin ist schnell gefunden. Die 13jährige Sarah (Vater im Knast, Mutter in der Psychi und Bruder auf der Flucht), gesteht den Mord. Hatten wir nicht letzten Sonntag einen Jugendlichen, der viel zu früh einen Mord gestand? Genau solche Dinge … Aaaaahhhh.
Egal, darum geht es ja gar nicht. Vielmehr wird das ein Portrait einer Jugend, die keine Zukunft mehr sieht und den Glauben an sich und die Welt komplett verloren hat. Klingt nach leichter Belehrung, aber wenn es authentisch dargestellt ist, könnte das eine richtig gute Folge werden. Zumal in diesem Jugendheim ein spannender Mix aus Rich-Kids und Ghetto-Jugend herrsche, was gut inszeniert, auch noch für eine extra Prise Salz sorgen könnte.
Max Herre hat mal in einem Lied über Stuttgart gesungen: "Ich mag dein Anblick und dass du viele Sprachen sprichst, lieb´s, dass du sowohl High-Class als auch Straße bist…" und irgendwie haben mich diese Zeilen immer schon beeindruckt. Genau das macht doch einen Teil der Grossstadt-Faszination aus. Aber im Zusammenhang mit Stuttgart habe ich ihm diese Passage nie ganz abgenommen. Egal ob ich da durch die Strassen schlenderte oder einen Tatort gesehen habe, gespürt oder gar erlebt, habe ich eigentlich beides nie. Irgendwie schade, denn genau einen solchen Mix wäre für den Tatort pures Gold. Nun, nur weil ich das nicht gefühlt habe, heisst das ja noch lange nicht, dass es nicht doch genau so ist, dafür kenne ich die Stadt dann doch zu wenig. Dieser Tatort könnte nun also ein Indiz für die kongenialen Zeilen von König Max liefern. Wir sollten uns freuen, denn zusätzlich kommt auch noch hinzu, dass die Schauspielerin Ruby O. Fee, als verlorene Teenie-Göre, angeblich den ganzen gestandenen Staff an die Wand spielen wird. Bin sehr gespannt.

Erwartungs Note: 5  
Die Note danach: 4,5  
(Ach Max, diese Strasse glaub ich einfach nicht. Aber Sarah war gut!)

Den Spatz gibt es schon lange nicht mehr, und der Tatort wird auch sicher nicht auf diesem Niveau sein, aber nach all der tanggigen Grütze (z.B. Poutine), die wir in der letzten Zeit serviert bekommen haben, nehmen wir auch einfach mal wieder eine simple Portion Pommes. Und falls ich auch diesen Sonntag wieder enttäuscht werde, so kann ich mich zumindest damit trösten, dass bald die Feiertage kommen werden. Jeder gestandene Tatort-Fan weiss, dass die besten Folgen oft um Weihnachten und Neujahr ausgestrahlt werden. Und wer denkt noch an frittierte Kartöffelchen, wenn es einen Festtagsbraten nach dem andern gibt! Halleluja!

0 = Grosse Portion Poutine, Quebec
6 = Maison Antoine, Brüssel

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24. November 2013

Tatort: Mord auf Langeoog (Hamburg)

Nun endlich kann sich das Barometer wieder auf eine etwas intensivere Art dem Tatort widmen. Unser aller geliebtes Kind! Aber nicht nur die Barometer-Redaktion war die letzten Wochen auf Ferienmodus eingestellt, auch der Tatort selber schien sich mal wieder eine gemütliche Urlaubs-Auszeit genommen zu haben. Dortmund letzten Sonntag war zumindest sowas wie ein Lichtlein am rabenschwarzen Horizont, nun wäre es aber an der Zeit, endlich mal wieder ein richtiges Fass aufzumachen. „Ein Fass aufmachen“, welch billige Floskel. Und doch eine meiner allerliebsten. Aus meiner Sicht kann nicht besser umschrieben werden, was ich jeweils damit sagen will. Aber kommt das auch so an? Interpretieren die Leute, die diese Zeilen lesen, auch genau das, was ich damit meinte? Aufgrund der verschiedenen Bedeutungen und Herkünfte, bezweifle ich es.

Bedeutungen:
etwas zur Sprache bringen; etwas Neues einführen; etwas in Erscheinung treten lassen; etwas ins Rollen bringen; viel Aufhebens machen; für Aufregung sorgen; etwas Grosses leisten; jemanden Überraschen, etwas sehr Gutes machen

Herkunft I:
Die Redensart „ein Faß aufmachen“ ist jüngeren Datums und offensichtlich eine Eindeutschung der englischen Redensart 'to make a fuss about something', wobei das englische Wort 'fuss' deutsch zum 'Faß' wurde. Die Redensart bedeutet sowohl viel Aufhebens um eine Sache machen als auch ausgelassen feiern.

Herkunft II:
Als die Braukunst erfunden wurde, und auch noch lange danach, war es nicht möglich, die Fässer wieder so zu verschließen, dass der Inhalt nicht schlecht wurde (Hygiene ringsum war entsetzlich, Kohlensäure war auch wenig drin und verflog dann schnell).
Also musste man nach dem Öffnen des Fasses auch alles austrinken.
"Ein Fass aufmachen" ist daher das Synonym dafür, dass es "ordentlich zur Sache geht".

Nun, ein Fass aufmachen ist also ein dehnbarer Begriff und so muss ich davon ausgehen, dass ein jeder der das Barometer liest „ein Fass aufmachen“ auf seine ganz eigene Art entschlüsselt. Die Grundbedeutung ist zwar simpel, aber die Auslegung kann völlig verschieden sein. Ich für mich, meine damit nicht zwingend, dass es knallen muss, dass eine halbe Stadt explodieren muss, oder dass 10 Leichen durch die Havel treiben müssen. Ein Fass kann man auch mit einer leisen Geschichte aufmachen. Man kann auch mit ganz feinen Tönen etwas Grosses leisten oder jemanden überraschen. Ich meine mit einem aufgemachten Fass also schlicht und einfach einen richtig guten Tatort machen. Egal in welcher Form. Hamburg ist geradezu perfekt, um sich dem Fass etwas tiefgründiger zu widmen. (Also so tiefgründig, wie eine solch oberflächliche Schreibe, wie das Barometer nun mal sein kann).
Hamburg hat in diesem Jahr gleich zwei neue Teams lanciert. Zum einen Til Schweiger. Und ja, Til hat ein Fass aufgemacht, und wie. Halt auf seine Art. Auf die auszutrinkende und explodierende Art. Für einen Tatort ging es wirklich ordentlich zur Sache. Darüber lässt sich nicht diskutieren, ein Fass wurde aufgemacht. Ob man das so mag oder nicht, darüber lässt sich jedoch streiten, und darüber haben wir ja auch gestritten. Gell, Tango.
Das andere Team jedoch hat aus meiner Sicht zum Einstand völlig enttäuscht. Eigentlich erstaunlich bei diesen guten Schauspielern und bei diesem Team hinter dem Konzept. Aber irgendwie hat man da die Sache mit dem Fass etwas falsch verstanden. Nur weil mitten in der Stadt ein paar Autos brennen, und solche Bilder natürlich spektakulär ausschauen, bedeuten die aber noch lange kein geöffnetes Fass. Und neben dem brennenden Auto ermordet einer in aller Ruhe seine Ehefrau, aber keiner hat es gesehen. Dafür hat eine Bürgerwehr aus gebehinderten Rentnern kurzerhand einen Besoffenen zu Tode geprügelt, weil der auch durch das Viertel torkelte bla bla bla… Völlig verkackt. In dieser Folge (Feuerteufel) wurde leider das Fass selber in die Havel geschmissen und zwar ungeöffnet!
Der grosse Vorteil daran ist aber, dass es nun noch verschlossen ist. Der Inhalt sollte also noch nicht schlecht sein und auch Kohlesäure müsste noch reichlich vorhanden sein. Das Fass könnte jederzeit geöffnet werden. Wie wäre es zum Beispiel mit jetzt? Anstatt Feuereffekte braucht dieses Team nämlich viel eher eine ruhige Geschichte. Eine, in der sich die Schauspieler und die Figuren entfalten können, eine in der man den Kommissaren näher kommen und in denen man sie kennen lernen kann. Ja, vielleicht müsste das Fass ja auf der Unterseite geöffnet werden. Nur ein kleines Löchlein. Eins, durch das eine gute Geschichte und ein paar Talente langsam entweichen können. Wenn man schon den Til hat, der die halbe Stadt zu Kleinholz verarbeitet, dann sollte man doch unbedingt das andere Team auf einer ruhigen Schiene fahren lassen.
Dieser Tatort spielt nun auf der Insel Langeoog, nicht allzu weit weg von Hamburg. Er lässt sich Zeit. Wir lernen die Figuren kennen. Die traumhaften Bilder der Nordsee tun ihren Teil dazu. Endlich mal spielt ein Tatort an dieser wunderschönen Küste. Endlich, bin ich versucht zu schreien.
Diese Folge wäre mit Sicherheit der bessere Einstand für Team 2 gewesen! Aber das bedeutet leider noch lange nicht, dass das Fass nun auch wirklich geöffnet wird. Wenn ich die Story lese, dann habe ich grosse Bedenken. Eine Kleine-Insel-Situation ist immer sehr schwierig. Die Kommissare sind privat da und geraten an einen Fall, in welchem sie eigentlich gar nicht ermitteln dürften. Ein Junge hat offenbar auf Ecstasy am Strand einen Mord begangen, kann sich aber nicht mehr daran erinnern. Da der Kommissar den Buben jedoch kennt, glaubt er die Geschichte nicht so ganz. Und neben all den Drogen taucht plötzlich auch noch die Nina Kunzendorf auf, die ja eigentlich in Frankfurt nicht mehr ermitteln wollte. Halleluja.

Erwartungs Note: 4,5  
Die Note danach: 4  (Drehbuch? Logik? Sinn?)

Hamburg - Team 2 - Chance 2 ! Bitte macht ein Fass oder zumindest ein Fässchen auf. Ich glaube noch nicht wirklich daran. Bin sehr vorsichtig geworden, was Drehbücher angeht.
Vielleicht ist es auch einfach besser, wenn das Fass weiterhin verschlossen bleibt, dann wird der Inhalt nicht schlecht und kann somit einfach mal wieder von einem Schweiger oder einem Borowski an der andern Küste geöffnet werden.

0 = Dallas
6 = Minneapolis

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17. November 2013

Tatort: Eine andere Welt (Dortmund)

Ich habe den Kinder-Tatort aus Erfurt noch nicht mal gesehen, und schon ermittelt das nächste Girlie auf GEZ-Kosten. Nun geht es in Dortmund ja aber viel weniger um die Kleene, als um den total gestörten Faber, was die Situation des Zuschauers jedoch in keiner Art und Weise besser macht. Ich weiss, der durchgeknallte Hauptkommissar kommt bei einigen ziemlich gut an, für mich jedoch funktioniert er überhaupt nicht. Eine Schande, dass ein solch begnadeter Schauspieler für diese komplett überzeichnete Figur hinhalten muss. Ich hoffe jedoch nach wie vor, dass irgendeiner der vielen Profi-Filmemacher, die hinter dem Projekt stecken, irgendwann merken wird, dass die Glaubwürdigkeit etwas leidet, wenn der Kommissar am Rande eines Schulhausdaches steht und man nicht weiss, ob er nun springen will oder nicht. Nun, in dieser Folge soll er angeblich noch einmal so richtig ausrasten (was bei seinem Hintergrund ja auch verständlich ist, aber ob er so noch Chef einer Mordkommission werden könnte…?), und danach wird er sich nur noch auf seine ganz eigenen Ermittlungsmethoden konzentrieren. Ein kleiner Lichtblick also, für den anspruchsvollen Tatort-Geniesser.
Und um was geht es in der Geschichte? 16jährige (Achtung, nicht die Kommissarin), will raus aus dem Dortmunder Ghetto und verkehrt nun in der Westfälischen Schickeria. Jedoch nicht allzu lange. Klingt nach sehr viel Klischee, könnte aber in einer Stadt wie Dortmund funktionieren, zumal die mehr als moderne Ästhetik als äusserst mutig bezeichnet werden kann. Wenn die ganzen Nebengeschichten der Kommissare also endlich etwas in den Hintergrund rücken, und man von der Stadt ein bisschen mehr mitkriegen wird, als ein paar besoffene BVB-Fans, könnte diese Reihe vielleicht tatsächlich mal noch was werden. "Eine andere Welt" ist aber allerhöchstens ein erster Schritt in eine bessere Welt. 

Erwartungs Note: 4,5  
Die Note danach: 5 
(...ok, zwei Schritte in eine bessere Welt.) 

Ab nächster Woche werde ich mich wieder mit mehr Energie und mehr Leidenschaft dem Barometer widmen können. Ich hoffe jedoch, dass der Tatort sich auch endlich uns wieder mit etwas mehr Energie und Leidenschaft widmen wird. Viel verpassen tut man ja momentan nicht, wenn man paar Wochen weg ist.

3. November 2013

Tatort: Kalter Engel (Erfurt)

Das Barometer befindet sich eigentlich im (wohlverdienten) Erholungs-Urlaub. Nach all dem Schmerz, welcher uns in den letzten Wochen zugefügt wurde, und nach all dem unsendbaren Müll, den ich bewerten musste, ist das wirklich das Mindeste. Eigentlich müsste ja die ARD für diese Reise aufkommen. Eine Art Tatort-Reha.
Aber trotz Ferienabwesenheit werde ich natürlich eine kurze Einschätzung zum aktuellen Tatort schreiben. Es ist ja mal wieder ein komplett neues Team am Start. Erfurt hat seine Premiere!
Nun, der treue Leser hat mit dem Barometer schon einige Neustarts durchmachen dürfen oder müssen, und bis auf Saarbrücken war ich davor jeweils optimistisch bis euphorisch. Aber das ist vorbei. Noch einmal lasse ich mich von der Vorfreude auf etwas, das eigentlich möglich wäre, aber sowieso nie eingehalten werden wird, sicher nicht mehr die Laune verderben. Erfurt wird nur eine weitere Episode im Drama der verkackten Neulancierungen. Was hätte man da wieder für Möglichkeiten, was könnte man da wieder für grossartige Geschichten und spannende Figuren einführen. Die Welt der totalitären Fantasie steht einem ja offen, wenn man alles neu kreieren kann. Aber zu guter Letzt sitzt halt doch wieder ein Gremium aus Leuten, welches vor 30 Jahren gelernt hat TV Filme zu machen, ganz oben und entscheidet über das Endprodukt. Erfurt wirbt nun mit dem jüngsten Ermittlerteam aller Zeiten! Was soll das den für eine Qualifikation sein? Was soll das für ein Grund sein einzuschalten? Schon das Mädel in Dortmund erscheint doch so jung, dass man ihr die Mordkommission nicht abnimmt. Wie also soll da ein noch jüngeres Team glaubwürdig funktionieren? Wird doch kein Mensch mit 20 in eine solche Ermittlungsbehörde beordert. Versteht mich nicht falsch, auch hier sind alles wieder gute Schauspieler am Werk, aber wie dämlich ist es, einen 21Jump Street Tatort zu erfinden. Man will halt einmal mehr jung und hip sein, auf die Jugend setzen. Mir wird schlecht, wenn ich nur dran denke. Es ist so jammerschade, aber ich kann es nicht ändern. Auch in meiner guten Urlaubsstimmung kann ich die Fakten nicht ausblenden. In Erfurt wird der nächste Tatort-Neustart total versemmelt. Hat nun fast schon Tradition. Nur junge Schauspieler bringen halt nicht automatisch die Moderne mit sich, wenn der Film im Stile der frühen 90er inszeniert wurde. Am Versuch was ganz Modernes zu sein, scheiterte letzten Sonntag ja schon München. Damals versuchte man es mit einer Freakshow und mit schnellen Schnitten. Jetzt sollen es paar Kids in der Mordkommission richten. Es ist schon himmeltraurig, wenn dieses Konzept das beste war, von all denen, die für den neuen Tatort beim MDR auf dem Tisch lagen.
Junges Team also ermittelt nun auf Augenhöhe im Studentenmillieu. Irgendwie zwei Frauenmörder, Studis, die sich mit Medis aufputschen und von reichen Finanzierer durchbumsen lassen. Wow. Das nenne ich mal eine Story, die mich reinzieht.

Erwartungs Note: 3,5
Die Note danach: 3,5

Klar werde ich mir diese Folge ansehen, wenn ich zurück bin, aber nur weil ein neues Team Pflicht-Programm ist für das Barometer. Eine Gucken-Empfehlung jedoch gebe ich sicher keine raus.