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21. Mai 2018

Tatort: Wer jetzt allein ist (Dresden)


Zitat:
"Der sechste Dresden-Tatort ist der letzte für Alwara Höfels. Sie hört als Henni Sieland auf, bemängelt den «fehlenden künstlerischen Konsens»."  

Barometer Kommentar:
Schon irgendwie verrückt, wenn du als Schauspielerin die Königsdisziplin des Deutschen Fernsehens hinschmeisst, weil du diese himmeltraurigen Drehbücher einfach nicht mehr aushältst. Es fragt sich doch, ob den Autoren nicht peinlich ist, dass sich dank ihrem Dilettantismus nun die Hauptdarstellerin verpisst? Was würde ich mich schämen aber auch. Naja. Ich verstehe die Frau Höfels jedoch bestens. Sagt das Barometer ja schon lange. Die erste Folge war grandios, danach nur noch miserabler Schrott. Das Thema Online-Dating wird daran kaum was ändern können.

Erwartungs-Barometer: 3.5

Die Note danach: 3
Laut Tagi-Kritik war Dresden die beste der drei letzten Tatort-Folgen. Wassss? Gottseidank also habe ich Schwarzwald und Köln ausgelassen. Will mir nicht ausmalen wie miserabel die gewesen sein müssen, bei dem Schrott, der Dresden da mal wieder fabriziert hat. Unglaubwürdiger und durchschaubarer als die Paw Patrol im Affendschungel. So jammerschade um die vielen richtig, richtig guten Schauspieler/innen. Allen voran der Schnabel.



27. Januar 2018

Tatort: Winter 2018


Ich habe es wirklich versucht. Ich habe wirklich jedem Tatort eine faire Chance gegeben und bin extrem optimistisch an das Barometer gegangen. Aber vielleicht ist einfach nicht die Zeit dazu. Vielleicht waren die letzten Folgen einfach zu schlecht. Oder vielleicht hab ich momentan einfach auch keine Lust mehr zu kritisieren. Vielleicht möchte ich lieber einfach nur jubeln. Was weiss ich.
Wien, Köln, Dresden, Dortmund und wieder Weimar stehen an. Ich mache es kurz für den Winter und bin gespannt, was uns der Frühling bringen wird.



So. 14.1. - Tatort: Faust(Wien)

Österreich wie wir es kennen. Die Geschichte über einen politisch motivierten Serienmörder wird wieder heillos überfrachtet sein, aber die Dialoge werden so raffiniert daherkommen und die Darsteller/innen einmal mehr so brillant aufspielen, dass mir Wien eigentlich alles verkaufen kann. Auch eine solche Schrott-Story.

Erwartungs-Barometer: 5
Die Note danach: 5
Alleine der erste Auftritt von Bibi sicherte die 5.


So. 21.1. - Tatort: Bausünden(Köln)

Frau mit Sado-Maso-Fantasien raubt den Männern den Verstand. Plus ein bisschen "WM in Katar" - Kritik. Tatort wie vor 20 Jahren. Zum Gähnen.

Erwartungs-Barometer: 3.5
Die Note danach: 3.5
Story, Einstellungen, Umsetzung, Musik, Schauspiel... 
Tatort wie damals in den Neunzigern.



So. 28.1. - Tatort: Déjà-vu(Dresden)

Wo sind diese zwei starken Frauen-Rollen geblieben? Wo sind diese Dramatik und dieser feine Humor der ersten Folge geblieben? Der Tatort aus Dresden scheint die Kurve nicht mehr zu kriegen. Kommissarin Sieland wurde die dämliche Nebengeschichte mit ihrer On/Off-Beziehung schlicht zu blöde, sie hat freiwillig den Dienst quittiert und wird ab der übernächsten Folge nicht mehr zu sehen sein. Und der eigentlich so geniale Haupt-Autor (welcher z.B. Stromberg erschaffen hat), hatte auch keine Lust mehr. Der MDR hat sich mit seinen biederen und mutlosen Durchschnitts-Gesellschaftskritik-Fingerzeig-Vorgaben völlig verzockt.
Leipzig versenkt, Erfurt mit den Kinder-Kommissaren und nur 2 Folgen war eh ein einziges Desaster, und nun scheinen sie auch Dresden verkackt zu haben... Das Einzige was aus dem Osten noch bleibt, ist das jährliche Märchen aus Weimar. Darum steht das wahrscheinlich in zwei Wochen auch schon wieder an.

Heute aber nun so was wie die letzte Chance für den Tatort aus Dresden. Die Folge über einen Pädophilen erhält relativ gute Kritiken. Angeblich weniger Humor, mehr Tiefgang und mehr Fall. Das klingt eigentlich ganz vernünftig.

Erwartungs-Barometer: 4.5
Die Note danach: 5
Ein Lebenszeichen aus Dresden! Hoffentlich nicht zu spät...



So. 4.2. - Tatort: Tollwut (Dortmund)

Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Pizza heisst jetzt Kuchenstück und die Feiertags-Euphorie wich in dieser Saison dem Winterschlaf.
Selbst der Tatort aus Dortmund lanciert nach der grossen Terror-Explosion und dem Abgang von Kommissar Kossik angeblich eine Art Neuanfang.

Unter dem Strich wird sich aber kaum was ändern. Hartmann wird den Faber wie immer grossartig spielen, aber die Autoren überladen die Figuren und das Drehbuch weiterhin massiv. Der Serien-Killer Graf taucht wieder auf, Faber hadert mit der Welt, zerbricht am Verlust seiner Familie und Bönisch verschwindet hie und da im Hotel. Der ganz normale Psycho-Krimi aus Dortmund halt, dieses Mal angereichert mit einer Prise Tollwut-Horror. 
Also nein, eigentlich ist alles so, wie es immer war!

Erwartungs-Barometer: 4.25
Die Note danach: 4.5
...plus eine Prise Schweigen der Lämmer.



So. 11.2. - Tatort: Der kalte Fritte (Weimar)

Seit jeher oute ich mich als grossen Verfechter der Krimi Groteske aus Weimar. Einmal im Jahr, zu Weihnachten, mag es genau so was verrückt-absurdes vertragen. Perfekt zur Adventszeit passend nehmen sie uns jeweils mit auf eine märchenhafte Reise ins Land des Tatort-Theaters.
Aber wenn nun bereits Mitte Februar die nächste Folge ansteht, wird das auch dem Barometer zu viel.
Zumal dieser verschrobene Blödel-Humor halt doch nur schwierig mit Themen, wie dem brutalen Rotlichtmilieu-Alltag zu vereinbaren ist.
Natürlich werden die Schauspieler wieder mit ihrem guten Timing für den plumpen Witz überzeugen, aber wenn Weimar jetzt plötzlich auch noch auf ernst machen will, dann könnte das schwierig werden.
Zudem läuft sich in dieser Kadenz die weimarische Einzigartigkeit selbstredend tot.

Erwartungs-Barometer: 4.25
Die Note danach: 3.75
Der eine Weimar-Tatort zu viel, wie man so schön sagt. Bitte wieder Groteske, Real-Versuch gescheitert.




Das Barometer hat sich vom Standby-Modus in den Winterschlaf verabschiedet!





12. November 2017

Tatort: Auge um Auge (Dresden)


Natürlich wusste ich, dass in jeder guten Phase des Lebens irgendwann ein Einbruch kommen wird, so auch beim Tatort.

Obwohl wirklich schön inszeniert und gut gespielt, war die etwas zu langatmige Folge letzten Sonntag eine Art Vorbote auf das Desaster. Man konnte förmlich riechen, dass das Unwetter kommen wird. Nun sind sie da, direkt über uns, und nicht mehr nur am Horizont, die angesprochenen schwarzen Wolken. Und so wie es ausschaut, machen sie es sich fett gemütlich. Es gilt einige Wochen auszuharren, bevor die Chancen auf einen guten Tatort wieder steigen.
Nichts desto trotz versuche ich weiterhin, auch in wirklich schlechten Zeiten, die positiven Aspekte eines jeden Tatorts rauszuarbeiten. In dieser Folge wird das jedoch etwas schwieriger.
Während im ersten Tatort aus Dresden, der mit der Volksmusik, ziemlich alles passte, ging es danach dramatisch bergab. Aber eben, auf die positiven Punkte fokussieren. Die zwei Kommissarinnen finde ich ganz okay und der leicht skurrile Chef der Kripo ist und bleibt ein Highlight, aber damit hat es sich dann leider auch. Die Story einer Versicherung, die ihre Kunden bescheisst, klingt bescheisst und voller Klischees.

Erwartungs-Barometer: 3.5

Es ist ganz simpel. Heute werden wir keinen guten Tatort sehen, Dresden ist zu schwach. Und die nächsten Wochen versprechen leider keine Besserung. Im Gegenteil. Optimismus hin oder her. Da das Barometer aber momentan etwas labil unterwegs ist und sich die frischgewonnene Freude am Tatort nicht vom Tatort schon wieder verderben lassen will, fahre ich die Barometer-Leidenschaft nun einfach komplett runter. Für die nächste Zeit ist Winterschlaf angesagt. Das Barometer also befindet sich bis zum nächsten guten Tatort im Standby Modus.

1 = Mitten im Sturm
6 = Die Freude nach dem Sturm

Die Note danach: 3.5  4 (Nach Kritik von einem Leser und nach einmal drüber schlafen...)


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11. Juni 2017

Tatort: Level X (Dresden)


- Aller guten Dinge sind drei! -
Zum guten Glück, für das neue Tatort-Team aus Dresden. Wären nämlich aller guten Dinge nur zwei, wäre dieses Experiment aus dem Osten für mich bereits gestorben. Die erste Folge im Milieu der Volksmusik fand ich ganz ansprechend, teilweise richtig gut, aber die Nummer Zwei mit dem Obdachlosen-Chasperlitheater war unter aller Sau. Für einen neu entwickelten Tatort wirklich der Supergau.
Ein guter und ein miserabler Tatort also. Eigentlich ganz interessante Kommissarinnen, aber ein Team, welches sich nicht entscheiden konnte, ob es eher lustig oder eher ernst daherkommen soll. Vieles noch neu, vieles noch ungeformt und nun kommt Folge Drei. Quasi die alles entscheidende Folge Drei. Diese Folge wird uns zeigen, in welche Richtung Dresden reisen wird.
War der güldene Schlager-Einstieg ein purer Sonntagstreffer? Oder war die desolate Penner-Chose ein einmaliger Aussetzer? Mit Folge Drei werden wir einen ersten klaren Anhaltpunkt kriegen, auf welchem Niveau sich Dresden zukünftig bewegen wird.
Als Barometer ist das Vorrausschauen unter diesen Umständen natürlich schier unmöglich. Es gibt kaum etwas, woran man sich verlässlich halten könnte. Aus zwei solch unterschiedlichen Krimis lassen sich eigentlich nur ganz vage Schlüsse ziehen. Darum möchte ich jetzt erst einmal einen Experten zitieren, welcher sich der Problematik angenommen hat.

„Also wenn man die Gruppe genau anschaut und ein bisschen mit den Punkten rechnet, dann glaube ich, dass man die Färöer Inseln schlagen muss, wenn man Gruppensieger werden will“.
Alain Sutter, SRF Experte

Ja, Alain. Ich denke, da liegst du richtig. Wenn ich ein bisschen rechne und die Situation so anschaue, dann glaube ich auch, dass Dresden jetzt einfach einen rauslassen muss, wenn es in der Barometer-Rangliste gegen oben klettern will. Absolut.
Diese Analyse ist zwar pfefferscharf, bringt mich aber kaum weiter. Dass sie sollten, ist schon klar, aber ob sie es auch wirklich tun, weiss ich natürlich noch immer nicht.
Und auch die Kritiken für diese neue Folge scheinen ambivalent. Von „gut“ bis „schlecht“ ist alles dabei.
Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass ein neues Team zwingend an der Tabellenspitze einsteigen müsste, da man mit all dem heutigen Wissen und all der Qualität, die in Deutschland durchaus vorhanden wäre, quasi von Feld Eins aus eine geniale Sache erschaffen kann. Das muss doch für jede Autorin und für jeden Autoren das absolut Grösste sein! Das Allerbeste, was einem passieren kann. Da musst du doch deinen letzten kreativen Tropfen rauspressen, deine ganze Seele auf den Tisch kotzen und am Ende eine absolute Granate erschaffen. Aber irgendwie macht es den Anschein, dass sich die Fernsehmacher heutzutage gerne mit Mittelmass - oder gar noch weniger - zufrieden geben und sich somit die meisten neuen Tatort-Teams irgendwo zwischen Langeweile und Bullshit einpendeln.
Und je mehr ich mich nun mit diesem Tatort beschäftige, desto klarer wird mir, dass das auch mit Dresden so geschehen wird. Nach Volksmusik und Clochard macht man sich nun an die Youtube-Star Generation. Wir alle wissen, dass beim Versuch sich an die Internet-Jugend zu wagen, noch ein jeder Tatort gescheitert ist. Einen Mord live im Netz wird es geben, der kleeene (von uns fast verprügelte) Ochsenknecht hält seine Fresse auch mal wieder rein und gleichzeitig soll das alles auch noch mit einem Schuss Religion angereichert werden. Ääähh?!?
Greise Autoren, Gottes Prediger und Social Media-Kinder... bisschen viel Fremdschäm-Potential auf einmal. Zudem wissen wir jetzt auch, warum man bei der einen Kommissarin einen Problemsohn mit krassem Butterflymesser eingebaut hat. Der wird in dieser Folge sicher seinen Auftritt kriegen. Einer muss ja der planlosen Mama sagen, wie die neue Welt funktioniert.
Irgendwie scheint die Richtung nun doch viel klarer, als ich anfangs angenommen habe...

Erwartungs-Barometer: 3

Nach einer sehr guten und einer dramatisch schlechten Folge, scheint sich der Tatort aus Dresden nun entschieden zu haben: „Wir halten uns an Folge Zwei, machen es wie die meisten andern und werden einfach nur peinlich.“
Hätte man doch gscheiter auf den Alain hören sollen.

1 = Tatort und Youtube
6 = Tatort und Rentner

Die Note danach: 2 bis 5
Ui, die Bewertung ist ja wesentlich komplexer als gedacht. Auch im Tatort ist nicht immer alles nur gut oder schlecht.
Von unfassbar peinlichen Szenen, bis zu richtig packenden Momenten, war da irgendwie alles mit dabei. Von miserablen Darstellern, bis ganz grosses Schauspiel-Kino. Von lächerlichen Internet-Momenten, bis erstaunlich gut umgesetztem YouTube-Fernsehen. 
Wir müssen auf die 4. Folge warten, um  zu sehen, in welche Richtung es wirklich gehen wird.

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