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22. April 2018

Tatort: Alles was Sie sagen (Hamburg)


Kommissar Falke zum zweihundertdreiundvierzigsten im Zweitausendachtzehn. Und haltet euch fest, es geht irgendwie um einen Flüchtling.
Aber, und das klingt sehr vielversprechend, die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zwar keine neue Erfindung, aber durchaus einen Versuch wert im Tatort. Wäre doch wirklich eine feine Überraschung, wenn das Hamburger-Team endlich mal einen Hit landen würde.

Erwartungs-Barometer: 5


Die Note danach: 5.25
Ich bezweifle massiv, dass der Polizeichef von Lüneburg einfach mal so zwei Bundespolizisten verhören dürfte, ganz alleine und nach eigenem Gutdünken, aber wenn ich diese Absurdität mal ausblende, dann war das ein voller Erfolg!
Das erste richtig gute Drehbuch für dieses Team!
Und was mich besonders freut, neben Falke, den ich immer schon mochte, durfte nun auch endlich einmal Oberkommissarin Grosz mitspielen. Und sie tat es richtig gut.
Ende gut, alles gut.




17. Dezember 2017

Tatort: Dunkle Zeit (Hamburg und Umgebung)


Schon wieder Falke? Meine Fresse, lange kann ich meine positive Einstellung nicht mehr halten.

Und welches Thema ist in der momentan ach so politisch-moralischen-Tatort-Phase längst schon überfällig?

Richtig. Die AfD! Es war wirklich nur eine Frage der Zeit, bis einem Team dieser brandaktuelle Geistesblitz kommen wird.
Die Kritiken sind zwar teilweise ganz gut, aber das muss man mit sehr viel Vorsicht geniessen. Aus Barometersicht spricht nämlich alles gegen einen guten Tatort.

1. Kritik
Welcher Kritiker getraut sich einen AfD kritischen Film zu kritisieren?

2. Drehbuch
Bisher sahen wir keine einzig gute Folge von diesem Team. Mit den Zombies haben sie vor drei Wochen gar ihren Tiefpunkt erreicht. Wie also sollten sie ausgerechnet bei einem solch schwierigen Thema nicht in Klischees versaufen.

3. Kommissarin
So gerne ich etwas anderes schreiben würde, aber die neue Kommissarin ist schlicht unsichtbar. Ich bekomme von ihr nichts mit. Ich kann nicht sagen, sie spielt schlecht, nein, sie ist gar nicht da. Man nimmt sie nicht wahr. Absurd.

4. Privates
Natürlich wird Falke immer noch Probleme mit seinem Sohn haben (wurde der nicht eben von der Mama von Berlin nach Bayern geschickt, nur damit er jetzt in Hamburg wieder dabei ist?) und die nicht vorhandene Ermittlerin hat ja auch noch einen Afghanistan-Einsatz-Hintergrund. Uuuiii.

5. Spannung
Ich habe den Film ja nicht gesehen, darum kann mir auch niemand das „Spoilern“ unterstellen, aber wenn es in einem Tatort um eine Partei wie die AfD geht (sie heisst im Film natürlich anders) und um Linksextreme, die verdächtigt werden einen Mord begangen zu haben, aus welchen Reihen wird der Täter am Ende wohl kommen? Hmmmm. Wer sind im Tatort am Ende wohl die Bösen und wer die Lieben... wirklich sehr spannende Ausgangslage. Sehr spannend.

Erwartungs-Barometer: 3.5

Das Barometer befindet sich also weiterhin im Standby Modus!

Die Note danach: 4
Naja. Natürlich würde auch das Barometer die Rechten auf dieser Welt als das Böse bezeichnen, aber es macht halt dann doch jeden Krimi elend langweilig, wenn man weiss, dass sich nie, aber wirklich niemals jemand getrauen würde, ein Tatort-Drehbuch mal andersrum zu schreiben. Und wo war eigentlich die Kommissarin? Naja.


Wer wissen möchte warum das Barometer auch nach all den himmeltraurigen Enttäuschungen der letzten Wochen immer noch am positiv-Denken-Karma festhält, wird unter folgendem Link die Freude und die Hoffnung des Fernsehmachens spüren:





26. November 2017

Tatort: Böser Boden (Hamburg und Umgebung)


Eben erst führte Frankfurt uns ins Horror-Genre ein und nun versucht sich Hamburg an einer Art Zombie-Film. Wsssssss?!? Also Zombies gepaart mit Öko-Aktivisten-Tatort. Meine Fresse, was soll man dazu sagen?
Wotan Wilke Möhring wäre ein solch geiler Schauspieler (um das Positive rauszuarbeiten), aber ich kann mich nicht erinnern, dass bisher auch nur ein einzig gutes Drehbuch aus dieser Reihe entsprungen ist. Kann mir also beim besten Willen nicht vorstellen, dass daran ein Umweltkrieg-Fantasyhorror-Tatort mit irren Dörflern und einem noch irreren Wäldler etwas ändern kann. WTF? Jammerschade um den Falke!

Erwartungs-Barometer: 2.5

Das Barometer befindet sich im Standby Modus!


Die Note danach: 2.5
Also die Einzigen, die da zu viele Hirsen gefressen haben, sind die Zuständigen bei der ARD, die ein solches Drehbuch durchwinken!
Schade für die teils richtig guten Schauspieler (und damit meine ich nicht die Dorfbevölkerung).







19. März 2016

Tatort: Zorn Gottes (Ja woher eigentlich???)


Für einmal fehlte mir die Zeit, mich mit dem Tatort zu befassen. Aber irgendwie spielt das bei diesem Team auch keine Rolle. Dass es hier an jeglichem Grundkonzept fehlt, ist ja längst bekannt. Mittlerweile kapiert aber auch kein Mensch mehr, wo dieser Tatort überhaupt spielt. Selbst auf eine Grossregion könnte ich es kaum mehr eingrenzen. Die machen irgendwo irgendwas, warum also soll ich mich noch damit auseinandersetzen?

Welch geniale Idee stand ganz am Anfang. Neben dem Til, der Hamburg in Schutt und Asche legt, soll es in dieser hochattraktiven Stadt auch noch ein zweites Team geben. Eines, das sich um die anspruchsvollen Tatort-Zuschauer kümmern soll. Also eigentlich um uns. Das Konzept klang extrem vielversprechend, und mit Wotan Wilke Möhring wurde einer der ganz geilen deutschen Schauspieler verpflichtet. Die Erwartungen des Barometers waren enorm. Mittlerweile muss ich mir aber ernüchtert eingestehen, dass diese Tatort-Reihe die vielleicht grösste Enttäuschung überhaupt ist. Natürlich gibt es massiv schlechtere Teams, keine Frage, aber die Diskrepanz zwischen Potential und Endergebnis ist wahrscheinlich nirgends grösser. Ich weiss bis heute nicht, was diese Serie eigentlich will. Problem ist wohl, dass sie es selber nicht wissen. Es ist absolut kein Gesamt-Konzept ersichtlich. Natürlich könnte genau dieses fehlende Konzept das Konzept sein, aber das wäre definitiv zu hoch fürs Barometer. Solche Konzepte finde ich doof. Was haben die in dieser kurzen Zeit nicht alles für Richtungen eingeschlagen? Von brennenden Autos in Hamburg, über Drogenrausch-Mord auf einsamer Insel, bis zu einem Superbösewicht, der Kampfdrohnen steuert. Aufgelöst wurde absolut nix. Irgendwann landete Falke bei der Bundespolizei, seine Region wurde von Hamburg auf Norddeutschland ausgeweitet und seither kämpft er für Flüchtlinge und gegen Osterhasen. Über diese neue Folge weiss ich, wie erwähnt, herzlich wenig. Die Blondine wurde durch eine noch toughere Blondine ersetzt und ermittelt wird dieses Mal wegen einem vermuteten Terroranschlag auf den Flughafen Hannover. Hannover? Warum nun Hannover? Da würden sie doch bei der Leiche glatt auf die Lindholm treffen. Wie auch immer. Bloss nicht nachfragen.

Erwartungs-Barometer: 4.5

Konzeptlosigkeit und irgendwo in Norddeutschland rum- kommissarlen scheinen hier Konzept. Sehr schade bei diesem Fundus an Qualität, welchen man mit Hamburg und Wotan gehabt hätte. Aber nach sechs Folgen habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich hier noch was ergeben wird. Auch nicht mit IS in Niedersachsen und neuer Blondine. Die alte war ja nicht das Problem. Die Leute hinter dem fehlenden Konzept sind es.

1 = CB vor 3 Wochen
6 = CB heute

Die Note danach: 5 (Eigentlich 4.5, aber die überragenden Schauspieler geben einen Bonus).
So frech, da verhindert der Papa mit der neuen Blondine einen Terroranschlag, damit er es noch rechtzeitig zum Date mit dem Sohnemann schaffen wird, und der sagt einfach ab. Und ja klar, gleicher Name, gleicher Schal. An Absurdität nur noch von Falkes neuem Job bei der Flughafenpolizei zu übertreffen.... Ach was, scheiss auf ein Grundkonzept, Wotan Wilke ist ne geile Sau.


Falls dieser Barometer-Blog nicht euren Vorstellungen entspricht, müsst ihr ihn ja nicht lesen!

1. Januar 2016

Tatort: Der grosse Schmerz / Fegefeuer (Hamburg)


Ausgerechnet das so kritische Barometer war der Idee eines Til Schweiger-Hollywood-Tatorts damals äusserst wohlgesinnt. Ich dachte, dass etwas Mainstream-Action den immer abstrus schlechter werdenden Arthouse-Drehbuchideen nur gut tun könnte. Und selbst nach der ersten Folge war ich immer noch dieser Meinung. Mir passte diese solide Abwechslung. Für mich hat das damals funktioniert. Aber ich muss zugeben, dass bereits mit Folge 2 der Effekt der Effekthascherei vorbei war und mich die ganze Chose nur noch gelangweilt hat. Eigentlich genau so, wie es die wahren Kenner unter der Barometerleserschaft von Anfang an voraus gesagt hatten. Liebe Grüsse an Tango und Co. Schweiger bedient genau zwei Schienen. Den knuddeligen Jöh-Bären, welcher bei mir seit jeher auf der Stelle zu Brechreiz führt, und den knallharten Prügeltypen, welchen ich wie erwähnt am Anfang als durchaus tatort-kompatibel eingestuft hatte. Leider baute Til Schweiger mit seiner Tochter auch gleich noch den Jöh-Bären-Papa ein, und leider hat man es aus meiner Sicht nicht annähernd geschafft, eine interessante Handlung in das Modul „Kampf-Schweiger“ mit einzubeziehen. Das wäre nämlich durchaus möglich gewesen. So aber war die ganze Aufregung um diese Tatort-Reihe beim Barometer nur von kurzer Dauer und mittlerweile interessiert mich das Schweigerchen ungefähr so viel wie das Blümchen oder das Odenthälchen.

Doch etwas muss man Til Schweiger lassen – und da werden mir auch die grossen Kritiker nicht widersprechen können. Wenn Til was anpackt, dann macht er es richtig. Ob das einem gefällt oder nicht ist eine andere Kiste, aber er zieht die Sache durch.
Wenn der Til sagt, er will einen Action-Tatort, dann gibt es einen Action-Tatort. Wenn der Til sagt, den bauen wir jetzt aus, dann baut er ihn auch aus und präsentiert uns nun eine satte Doppelfolge. Wenn der Til sagt, das reicht mir nicht, ich will den Tatort Hamburg ins Kino bringen, dann macht der Til das auch. Die neue Folge, die eben erst abgedreht wurde, wird noch in diesem Frühling in den Kinos zu sehen sein. Ob das gut ist oder nicht, muss jeder selber wissen, aber er zieht seine Sache knallhart durch. Selbst wenn der Til findet, dass Helene Fischer eine gute Schauspielerin ist, dann ist Helene Fischer auch eine gute Schauspielerin, und dann spielt Helene Fischer eben in seinem Tatort mit. Wir werden sehen.

Zur Geschichte gibt es kaum was Neues zu sagen. Auch hier haben wir ja nun diese hochmoderne horizontale Erzählweise. Die Story läuft über vier Folgen. Zwei davon haben wir schon gesehen, und die restlichen zwei werden nun an diesem Wochenende (Freitag 1.1. und Sonntag 3.1.) erzählt. Schweiger wollte zwar nach der vierten Folge einen deftigen Cliffhanger für den Kinofilm, so viel Mut hatte der NDR aber doch nicht. Der Tatort im Kino wird zwar auf den gesehenen Ereignissen aufbauen, aber die Geschichte muss angeblich nach den vier Episoden zu Ende erzählt sein. Unter dem Strich bezahlt ja doch der TV-Zuschauer mit seinen GEZ-Gebühren die Tatort-Gagen, also wäre es schon ziemlich frech gewesen, wenn er danach auch noch 9.50 Euro hätte bezahlen müssen um im Kino zu sehen, wie das ganze ausgehen wird. So aber erwartet uns wahrscheinlich ein rundes Schweiger-Happy End (oder doch nicht?). Wer danach von Tschiller tatsächlich noch immer nicht genug kriegen konnte, darf sich einen Action-Tatort, welchen den Til bis nach Istanbul und Moskau führen wird, gerne auch im Kino ansehen gehen. Ich werde das wohl eher bleiben lassen. Nun aber sind wir erst einmal bei Folge 3 und 4. Obwohl, eigentlich spielt die Folge doch überhaupt keine Rolle? Tschiller verfolgt weiterhin den ganzen Astan-Clan in Hamburg, ballert um sich, prügelt sich, muss seine Tochter aus den Fängen der Bösen retten und bumst noch bissl rum. Entweder die Staatsanwältin oder wieder seine Ex-Frau. Who cares? Nichts Neues aus seinen Reihen. Einfach noch grösser, noch lauter und mit Bestimmtheit mit ein paar unerwarteten Wendungen und einem grandiosen Feuerwerk zum Schluss. Ja wenn der Til was macht, dann macht er es richtig.

Erwartungs-Barometer: 4.5 (für beide Folgen).
Aber auch nur weil ich nach all dem Geschwurbel grad Lust auf knalligen Krawall habe.

Kommissar Tschiller also weiterhin gegen den Rest der Welt. Die einen werden das lieben, die andern werden es verachten. Als harte TV-Action ist diese Doppelfolge sicher deutsches Top-Niveau, im Gesamt-Tatort-Picture jedoch müsste man sie wahrscheinlich ungenügend bewerten. Hauptproblem ist doch, dass sich Til, Helene und die Macher viel zu ernst nehmen. Kein Augenzwinkern, rein gar nix. Alles bierernst inszeniert, befürchte ich. So wirkt die ganze Sache für durchschnittlich anspruchsvolle Tatortzuschauer bald mal etwas lächerlich.

PS: Etwas möchte ich all den Til Schweiger-Hatern aber noch mit auf den Weg geben:
Als Til in einem Interview gefragt wurde, welcher Tatort eigentlich sein liebster sei, gab er eine verblüffende Antwort. Der für ihn mit Abstand beste Tatort sei der Polizeiruf 110 aus Rostock. Hmmm. Man denke...
Auf der andern Seite muss man sagen, dass er ja die Möglichkeit hätte genau einen solchen Tatort zu machen! Tja.

1 = Keinohrkokowähhhh  1-9
6 = Siehe „Delete Blog“

Die Note danach „Der grosse Schmerz“: 4
Die Note danach „Fegefeuer“: 5
Tja, jedes nur erdenkliche Klischee wird von Mr. Til bedient. Aber wirklich absolut jedes! An Logikhängern und Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten.
Und trotzdem: Während Teil 1 mit Familiendrama leider tatsächlich eher lächerlich daher kam, hat mich Teil 2 doch irgendwie hineinziehen können. Keine Ahnung wieso. Vielleicht weil der Til es so wollte. Und wenn der was will, dann macht er das auch.
(PS: Wieso ist eigentlich der Ex-Partner vom Tschiller gleichzeitig in Hamburg im Knast und in Berlin Hauptkommissar? Absurd.)


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