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2. Dezember 2018

Tatort: Wir kriegen euch alle (München)



Ach ja, Tatort ist ja heute auch noch. Lohnt es sich ihn zu schauen? Was weiss ich?
Vor ein paar Jahren hätte ich mich gekringelt vor lauter Vorfreude auf den Tatort aus München, egal zu welchem Thema, aber mittlerweile bin ich selbst bei denen ziemlich skeptisch.
Ein Rächer, der sich über vernetzte Kinder-Puppen Informationen von Pädophilen erschleicht und danach mitten im bayrischen Hochsommer als Weihnachtsmann zum Schlächter wird. Ähmmm. Nun gut.

Erwartungs-Barometer: 4.75

So absurd die Story auch klingen mag, ein letztes Fünkchen Hoffnung an ein einst von mir so sehr geliebtes Team bleibt.
Die bavarische TV-Qualität in sämtlichen Bereichen war ja immer schon ziemlich beeindruckend.

6 = Vorfreude früher
1 = Vorfreude heute

Die Note danach: 4.5
Das feine Handwerk des Filmemachens, das beherrschen sie in München, das Überladen von Drehbüchern leider auch...

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21. Oktober 2018

Tatort: KI (München)


Zu München gibt es nichts Neues zu sagen.

Das Ensemble wird wie immer grossartig aufspielen, das Film-Handwerk wird wie immer sehr gut sein,
aber die Story wird wie so oft nur dank den zwei eben erwähnten Punkten funktionieren.
Dieses Mal erwartet uns ein Tatort zu künstlicher Intelligenz. Hatten wir glaub auch schon das ein oder andere Mal.
Und die Machart? Ach, ihr werdet schon sehen.

Erwartungs-Barometer: 4.5

Obwohl ich den Tatort aus München und seine konstante Qualität extrem schätze, kann ich mir kaum vorstellen, dass die altbackenen Autoren ein gelungenes Drehbuch zum Thema „künstliche Intelligenz“ hingekriegt haben.

6 = München einst
1 = Bayern heute

Die Note danach: 4
Ach, keine Ahnung. Vielleicht hätte ich den früher ganz okay gefunden. Jetzt jedenfalls fand ich ihn irgendwie doof, oder auch nicht. 

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2. Juni 2018

Tatort: Freies Land (München)


Über 12 Millionen haben sich letzten Sonntag in Deutschland den Münster Tatort angesehen. Die bisher beste Quote in diesem Jahr. Geschlagen wird sie im 2018 mit grösster Wahrscheinlichkeit nur von den Fussball-WM-Spielen mit teutonischer Beteiligung. Das ganze Land also liebt Thiel und Boerne noch immer.
Aber schockierenderweise jubelt und frohlockt nicht nur die breite Masse, nein im Gegenteil, auch seriöse Kritikerinnen und Kritiker lobpreisen dieses miserable Stück bedingungslos, wie die Bewertung im Tagi zeigt.




Meine Fresse. Mittlerweile ist die Diskrepanz zwischen meiner Vorstellung, wie ein Tatort sein sollte und der Vorstellung aller andern Zuschauer offenbar grösser und böser als ein Allosaurus.
Natürlich könnte das Barometer jetzt wieder über all die Leute herziehen und proleten, dass die doch keine Ahnung und alle einen an der Waffel haben, aber spätestens wenn einem auf der Autobahn neben all den falsch fahrenden Autos auch nur noch die Rückseiten der Verkehrsschilder entgegen kommen, muss man sich vielleicht irgendwann mal eingestehen, dass man selber der Geisterfahrer sein könnte.

Woher also nehme ich mir das Recht, solchen Stuss zu kritisieren, wenn es die Allermeisten grandios finden?

Immerhin, es könnte nun vor der entgültigen Sommerpause doch noch zu einer relativ geschmeidigen Versöhnung kommen.
München, sowohl beim Publikum wie auch beim Barometer ein sehr beliebtes Team.
Dieses Mal zum Thema „Rechte Aussteiger bilden in einem Dorf eine Art eigenen Kleinstaat“.
Hmmm, ganz schwierig zu beurteilen.
Klingt eigentlich nach Desaster, aber das Team aus München war auf dem bayrischen Lande immer stark, und wenn sie in der Umsetzung nicht völlig überborden, liegt man damit mittlerweile ja nicht mehr weit von der Realität. Also auf den Sommer noch einmal ein freudig-positives Barometer-Denken!


Erwartungs-Barometer: 5


Die Note danach: 4
Zweifellos ist das graue Duo noch immer brillant, genau so, wie eigentlich alle Schauspieler im Münchener Tatort, und auch die Inszenierung kommt auf gewohnt hohem bavarischen Niveau daher.
Aber selbst all das konnte das erschreckend schwache Drehbuch irgendwie auch nicht retten. Und so endet eine Saison, die ich voller Optimismus angegangen bin, am Ende halt doch wieder mit vielen Enttäuschungen. 
Jetzt kommt der Sommer, die tatortfreie Zeit. Und auch wenn dem Barometer der Tatort in dieser Verfassung kaum fehlen wird, kann ich den grossen Fans unter euch trotzdem noch eine Überraschung* versprechen. Reserviert dafür den Sonntag 8. Juli 2018 !

(* Eine Überraschung kann sowohl positiv wie auch negativ sein.)









7. Oktober 2017

Tatort: Hardcore (München)


Noch immer habe ich die Enttäuschung von letzter Woche nicht überwunden. Selten im Leben habe ich mich so vertan. Glaubte wirklich, dass dieser Tatort aus dem Schwarzwald was Spezielles werden könnte. Aber die erwartete Authentizität war offensichtlich nur das verträumte Wunsch-Luftschloss eines naiven Barometers. Auch wenn es unheimlich schwierig sein mag, ein solch deftiges Drama mit totem Kind und verschwundenem Kind umzusetzen, so erwarte ich von gestandenen Filmprofis halt doch, dass sie das einigermassen glaubwürdig hinkriegen können.
Tja, und nun kommt München. Die unbestrittene Klasse von Batic und Leitmayr wäre eigentlich genau das Richtige um das Barometer wieder auf positive Gedanken bringen zu können. Ob das jedoch mit einem Tatort im Pornobusiness geschehen wird, ist äusserst fraglich. Natürlich wollen die Autoren in erster Linie die Pornoindustrie anprangern, es soll ein sehr kritischer Blick in dieses Milieu werden, ich jedoch hege meine Zweifel ob den guten Absichten. Unter dem Strich steckt in einem solchen Thema erst einmal viel, viel Provokation, und das wissen auch die Filmemacher. Provokation, die man in München gut gebrauchen kann, da die Kommissare in der letzten Zeit doch etwas ausgebrannt wirkten. Aber so? Hat das ein qualitativ so hochstehendes Tatort-Team wirklich nötig?
Und so gerne ich auch positiv optimistisch bleiben möchte, so sehr weiss ich eben auch, dass der Tatort mit solch pseudo-moralischen Themen immer wieder seine grosse Mühe hat. Anstatt die Sache kontrovers und vielschichtig anzugehen, endet es meistens in einer relativ stumpfen Geschichte voller Klischees und viel zu einfach gezeichneten Figuren.
Wie Ayoma einmal schön sagte: „Mir ist das dann einfach zu anal-banal.“

Erwartungs-Barometer: 4

Den Münchnern ist es wahrscheinlich a bissl langweilig geworden. Und da man die Geschichten über Nazis, die DDR und die Flüchtlinge nun wirklich bis zum Letzten ausgepresst hat, muss halt die längst vergessene Porno-Industrie für einen „Mini-Skandal“ hinhalten. Das haben sie aber fein beim Theater abgekupfert. Und anstatt das Barometer gleich wieder auf den Optimismus-Pfad zu führen, bröckelt mit solchen Folgen mein positives Denken nach und nach. Zu sehr habe ich in letzter Zeit vertraut. Zu sehr schmerzt die Enttäuschung. Zu sehr schmerzt es, wenn man seine eigene Naivität erkennt.

1 = Missbrauchtes Vertrauern
6 = Das Karma braucht halt seine Zeit, ich gebe die Hoffnung noch nicht auf...

Die Note danach: 5 (...dank tiefen Erwartungen!)
Irgendwie hat das Barometer a bissl den Instinkt verloren. Dabei hätte es nur auf sich selber hören sollen. Immer wieder predigte es, dass München stark genug ist um aus jedem Thema eine 5 zu machen. Und genau so ist es noch immer. Mag sein, dass die Figuren tatsächlich sehr simpel gezeichnet waren, aber mit solchen Schauspielern, mit diesen Kommissaren und mit solchen Dialogen, lässt sich auch aus einer äusserst dünnen Story einen guten Tatort drehen.
Zum zweiten Mal in Folge also lag das Barometer völlig daneben. Nur dieses Mal genau umgekehrt. Und so lässt sich nach einer Fehleinschätzung natürlich wesentlich besser schlafen gehen. Man lerne: Pessimismus hat also doch auch sein Gutes... Das Karma ist zurück!


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