30. August 2014

Tatort: Paradies (Wien)


Season Premier 2014/2015:

Switzerland vs. Austria PART I

Kaum zu fassen. Der Sommer ist vorbei, der Tatort ist zurück und mit ihm das gute, alte Barometer!
Freut euch jedoch nicht zu früh, die Tage werden zwar kürzer, meine Einträge jedoch nicht. Und auch die Qualität des Barometers wird selbstverständlich nicht gesteigert, nur die Kritik wird vielleicht noch etwas schärfer. Erklärtes Ziel bleibt es, den perfekten Tatort zu finden. Auf dem Weg dahin werden jedoch weiterhin sämtliche dilettantischen Ansätze unserer aller geliebten Institution gnadenlos aufgedeckt.
Und so möchte ich mit einer kleinen Geschichte zum helvetischen Beitrag der Tatort-Reihe beginnen.
Kurz vor der Sommerpause veröffentlichten diverse Zeitungen die durchschnittlichen Zuschauerzahlen des Tatorts. Und während die Schweizer Ausgabe zwar hierzulande eine relativ hohe Quote vorzuweisen hat, lockt sie in Deutschland mit Abstand am wenigsten Zuschauer vor den Fernseher. Dass das Schweizer Team im germanischen TV-Markt nicht grad durch die Decke geht, mag für uns Tatort-Fachleute (die wir ja alle sind) keine allzu grosse Überraschung sein, für die Macher der Luzerner Reihe jedoch scheint das absolut unverständlich. Und so liessen die Erklärungen und Stellungsnahmen nicht lange auf sich warten.
Der Leiter „Abteilung Fiktion“ einer bekannten Schweizer Fernsehanstalt wurde in einem Interview z.B. mit folgender Frage konfrontiert:

„Wie erklären Sie sich denn diese schlechte Platzierung?
“

Das Barometer hätte an seiner Stelle ungefähr Folgendes geantwortet:

„Was denken Sie eigentlich wie gerne wir endlich einen anständigen Tatort drehen würden? Aber wie sollen wir das machen, wenn wir im ganzen Land keinen einzigen Drehbuchautor finden, der uns ein einigermassen gutes Script liefern kann? Selbst die besten Schauspieler der Welt könnten bei diesen holprigen Dialogen keine glaubwürdige Szene spielen. Unmöglich. Und selbst wenn. Die Schweiz ist langweilig, Luzern ist langweilig, das Fernsehen ist langweilig, die Schauspieler sind langweilig, das Leben ist langweilig, die Zuschauer sind langweilig... was sollen wir da tun? Uns fehlen die Geschichten, uns fehlt der Mut, uns fehlt es an allem. Wir sind zu neutral-banal.
Aber wir werden weitermachen und unser Bestes versuchen. Vielleich schaffen wir irgendwann einen Einstieg auf dem Niveau, auf welchem der Fasnachts-Tatort beendet wurde. Ab da wurde es nämlich spannend, ab diesem Punkt wären wir richtig gut. Wir könnten es also. Da haben wir mal bisschen was riskiert, aber danach kriegten wir wieder nur noch Schrott geschrieben. Ich werde kämpfen, wir werden kämpfen, wir werden es früher oder später hinkriegen, das sind wir den Zuschauern schuldig. Hiermit verspreche ich jedem einzelnen Gebührenzahler, dass wir an einem Schweizer Tatort arbeiten, der ganz Deutschland vor Freude zum Weinen bringen wird!“

Ungefähr eine solche Antwort wäre doch irgendwie glaubwürdig und der Situation angepasst gewesen. Wir Zuschauer, hätten die Ehrlichkeit sehr geschätzt. Seine Antwort lautete jedoch so:

„Wie erklären Sie sich denn diese schlechte Platzierung?
“

„Die unbefriedigenden Quoten der letzten beiden Filme haben viel mit dem Sendeplatz zu tun. «Geburtstagskind» wurde unmittelbar nach der Sommerpause ausgestrahlt, «Zwischen zwei Welten» am Ostermontag. Auf diesen Plätzen machen nachweislich auch die anderen «Tatorte» schlechtere Quoten.“ ...

Nachweislich? Äääm, nacheweiseliche? Ich frage mich, was er mit nachweislich genau meint.

Ich werde die Aussage zum Ostermontag weder werten noch kommentieren. Ich füge jedoch ein paar Sätze ein, die ich in einer 45-Sekunden Google Recherche nachweislich gefunden habe.

2012
Die Ostermontag-Folge des Tatorts „Kinderland“ war für die ARD ein voller Erfolg. Wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am heutigen Dienstag bekannt gab, verfolgten bundesweit 10,17 Millionen Menschen die Folge aus Köln. Der Marktanteil lag bei starken 28 %.

(Tatort Köln Durchschnitt 2012-2014: 9,37 Mio.)

2013
Das Erste sicherte sich am Ostermontag den Primetime-Sieg, denn der neue «Tatort» aus München unterhielt 9,30 Millionen Zuschauer und war somit der erfolgreichste Tatort aus Bayern in den letzten Jahren. Er brachte es auf 26,1 Prozent Marktanteil.

(Tatort München Durchschnitt 2012-2014: 9,06 Mio.)

2014
Kein anderer “Tatort” lockte in den vergangenen anderthalb Jahren so wenige Zuschauer an wie “Zwischen zwei Welten”, der neueste Fall für Reto Flückiger. Auch damals, im August 2012, war es ein “Tatort” aus der Schweiz, der knapp über der 7-Mio.-Marke hängen blieb.

Hmmmmm.... Egal.

Okay, mit dem Sendeplatz nach der Sommerpause gebe ich ihm absolut Recht. Genau das hat ja das Barometer vor einem Jahr auch schon nachweislich kritisiert. Den Sommer zu beenden ist definitiv sehr schwierig und gute Quoten sind nachweislich wirklich nicht zu holen.

Und trotzdem wird auch in diesem Jahr eine Stadt die Saison eröffnen müssen. Es wird WIEN sein!
Spannender könnte die angerissene Quoten-Geschichte für den Betrachter und für das Barometer also nicht werden. Der Krimi fängt an, bevor auch nur eine Sekunde neuer Tatort gesendet wurde. Was machen die Österreicher auf diesem katastrophalen Sendeplatz? Scheitern auch sie? Oder beweisen sie nach der Sommerpause gar Ostermontag-Qualitäten? Das ist ein Event, das ist ein packendes Drehbuch, da müssen wir dran bleiben. Und als wäre das nicht Spannung genug, lässt die ARD eine Woche danach gleich die neue Schweizer Folge aus der Kiste. Als hammerharten Direktvergleich. Und da sagt mir einer noch, dass die beim Ersten nicht wissen, wie man dramatischste Spannung erzeugen kann. Was brauchen wir den Tatort selber, wenn das Drumherum ein solcher Thriller ist. Österreich muss in den sauren Apfel beissen und die Saison eröffnen, während die Schweiz den wesentlich besseren September-Termin gekriegt hat. Die zwei kleinen Alpenfurz-Länder liefern sich auf deutschen Boden, eine Quoten-Schlacht auf allerhöchstem Niveau. Wahnsinn. Wer schiesst hier wohl wem den sauren Apfel von der Birne? Es ist angerichtet. Lasst die Tatort- Saison beginnen!

Anmerkung:
Versteht mich nicht falsch, nichts würde ich mir sehnlicher wünschen, als dass die Schweiz endlich mal einen richtig Kracher in den Himmel lässt. Ich habe gar eine Lanze für Luzern gebrochen. Habe Deutschland kritisiert, dass sie lieber mal ihre eigenen grottenschlechten Folgen ausmisten sollten, bevor sie uns als löchrigen Käse betiteln. Aber leider wurde auch ich damals ein weiteres Mal enttäuscht. Vielleicht sollte man in dieser besagten Fernsehanstalt für einmal, nur für ein einziges Mal etwas selbstkritischer walten, in Anbetracht dessen, dass man seit Jahren nachweislich die schlechtesten Quoten einfährt, egal auf welchem Sendeplatz.

Erwartungs-Barometer: 5
Die Note danach: Knappe 4.5
Wie gesagt: Unspektakulär, überzeichnet, unglaubwürdig, jedoch gute Dialoge und gut gespielt. 
Unter dem Strich: Ein nachweislich bescheidener Auftakt.

Ach ja, fast vergessen. Der eigentliche Krimi kommt ja auch noch, wie erwähnt aus Wien und noch nicht aus Luzern. Obwohl diese Story eigentlich eher nach Vierwaldstädtersee klingt. Bibis Vater stirbt in einem Pflegeheim auf dem Lande und hinterlässt unerwartet viel Geld. Die Kommissare ermitteln in ihrem Urlaub auf eigene Faust und ein alter Freund begibt sich undercover in das Altersheim.
Nachdem die Fellner und der Eisner nun gegen jede erdenkliche Mafia dieser Welt gekämpft haben, gibt es nun also eine äusserst gemächliche Rentner-Folge zur Saison-Eröffnung. Uns erwartet also kein Großstadt-Feuerwerk, dafür wahrscheinlich ziemlich überspitzte Figuren. Und trotzdem freue ich mich sehr darauf!
Denn wenn jemand unspektakuläre Geschichten gut erzählen kann, wenn jemand selbst komplett überzeichnete Charaktere glaubwürdig darstellen kann, dann ist es Wien. Niemand grantelt so schön, niemand spielt so echt, und niemand schreibt momentan so gute Dialoge wie sie, egal auf welchem Sendeplatz.

0 = Saisonbeginn - Termin
6 = Ostermontag - Termin

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9. Juni 2014

Tatort: Freigang (Stuttgart)


Bei der ARD läuft seit ein paar Wochen ein neues Quiz mit Jörg Pilawa. Das Quizduell! Eine Show, bei welcher nicht nur Kandidaten im Studio sitzen, sondern auch die Zuschauer zuhause über eine App live mitspielen können. Funktioniert hat es während den ersten Wochen nicht ein einziges Mal. Server immer zusammen gebrochen. Unter dem Strich war es also einfach eine Quizshow mit Kandidaten im Studio. Nichts desto trotz ist natürlich bei einer interaktiven Show, bei welcher die Zuschauer live miteingebunden werden, die Sendezeit von eminenter Wichtigkeit. Und um sich am Ende für den genialen 18.00 Uhr-Slot zu entscheiden, brauchte es meines Wissens schlanke acht Programmplanungssitzungen. Bei der sechsten, hatte ich die grosse Ehre dabei sein zu dürfen. Anwesend waren neben mir folgende vier Personen:

Hr. Meyer / Chef Programmplanung Gesamtdeutschland
Hr.  Richter / Vize-Leiter Programmstruktur Gesamtdeutschland /Chef Programmplanung Baden-Württemberg und Bayern
Hr. Schulz / Leiter Programm Inhalte Nordwestdeutschland / Chef Programmplanung Nordreinwestfalen
Fr. König / Assistentin von Hr. Meyer

Hr. Richter und Hr. Schulz sitzen im Sitzungsraum 14b, welcher sich im 18. Stock des ARD-Hauptgebäudes befindet. Die Wände sind in einer Art Dschungel-Thema dekoriert. Gegen die Decke hin verlaufen die gezeichneten Bäume langsam in echte über und die Äste sprießen aus den Wänden. So viele, dass die ganze Decke eigentlich aus Palmen und exotischen Baumkronen besteht. Es hängen Lianen von den Ästen und im Hintergrund hört man einen Mix aus Vogelgezwitscher und Affengeschrei durch den Regenwald hallen. Der Boden hingegen ist eine Kombination aus pechschwarzem Marmor und importierter Dschungelerde. Es duftet so gut in diesem Sitzungszimmer, dass ich am liebsten eine Papaya pflücken und verspeisen möchte. Man muss sich diesen Raum als eine Mischung aus Rainbowforest Cafe und dem Jungle Room, welcher Elvis in seinem Graceland hatte, vorstellen. Ich bin hin und weg, aber die zwei Herren warten teilnahmslos am frisch polierten Mahagoniholz- Tische, in welchem sich ihre gelangweilten Fratzen spiegeln. Sie warten ungeduldig darauf ein erstes Schlückchen des Kaffees, welcher ihnen soeben serviert wurde, zu schlürfen. Fr. König stellt den dritten Kaffee oben an den Tisch und setzt sich gleich daneben in einen Krokodilledersessel mit vergoldeten Kanten und Armlehnen aus purem Elfenbein. Keine Sekunde später betritt Herr Meyer den Raum.

Hr. Meyer:
Guten Morgen die Herren, guten Morgen Steffi. Mmm. Der Kaffee duftet ja wieder sensationell. Hat sich gelohnt, die alte Maschine endlich durch den handgemachten Kopi Luwak zu ersetzten. Ganz grosse Sache.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Hat sich sehr gelohnt. Wirklich sehr. Insbesondere, da der ja mittlerweile verboten ist.

Hr. Meyer:
Ach, papperlapapp. Verboten. Wir sind das Erste, für uns ist gar nix verboten.
Seht her, ich hab noch frische Brötchen von diesem Edelbäcker mitgebracht. Sau lecker sind die, wirklich sau lecker. Mit diesem Kaviar-Mehl, von dem praktisch ausgestorbenen Nordsibir-Stör. Das ist auch verboten. Interessiert das irgendjemand, hier im Palast?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Für euch ist mir nix zu teuer.

Hr. Richter:
Tu doch nicht so Kalle. Schreibst doch sowieso alles auf Spesen.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Ach was, hart verdientes GEZ-Geld. Zahle ich alles aus meiner Tasche.

Fr. König:
Hmmmm, genau.

Hr. Richter:
Gut, nachdem du die 3 Wochen Malediven als Geschäftsreise durchgebracht hast, weil du dir bei Male-TV eine Studioführung hast geben lassen, kannst auch mal ein Brötchen selber zahlen.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Nix Studioführung, da haben wir das Konzept einer neuen Show mit Gottschalk geplant.

Hr. Richter:
Ach ja genau. Und wie heisst die? Bachelor Programm Chef des ersten Deutschen Fernsehens bumst Moderatorinnen des Maledivischen Staatsfernsehen?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Fr. König:
So so, meine Herren. Es sind Frauen im Raum. Wir haben heute noch Wichtiges zu entscheiden.

Hr. Meyer:
Richtig Steffi, du sagst es. Um was geht es eigentlich heute?

Fr. König:
Wir wollten doch nun endlich wegen der Pilawa...

Hr. Meyer:
...Schmecken wirklich sau lecker die Brötchen. Sau lecker. Immer wieder. Hoffentlich stirbt dieser gestörte Fisch nicht ganz aus. Wäre ein Jammer. Sau lecker.

Hr. Richter:
Und hast Loch 8 jetzt endlich unter Paar geschafft?

Hr. Meyer:
Beim Shangri-La Resort?

Hr. Richter:
Genau.

Hr. Meyer:
War nur zweimal da, Kuredu liegt mir besser.

Hr. Richter:
Pffffff. Sind ja nur 6 Löcher da.

Hr. Meyer:
Ja und? Hatte eh keine Zeit. Meine Gören wollten doch unbedingt das Padi machen. Musste mir die ganze Zeit irgendwelche Fischlein ansehen. Sogar einen Hammerhai hab ich gesehen.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Dachte warst an einer Show dran.

Hr. Meyer:
Natürlich, aber bisschen Freizeit muss man sich ja auch mal gönnen, oder?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Ja, kann ich gut verstehen. Ich muss über Pfingsten endlich mal wieder richtig entspannen. ...

Hr. Meyer wird plötzlich ganz bleich.

Hr. Richter:
...Hab grad für die ganze Familie im Buri Al Arab in Dubai gebucht. Wollte schon lange mal hin. Der Moment ist perfekt. Muss für einen Dok, den wir beim Bayern einkaufen wollen runter fliegen, dann kann ich grad noch 12 Tage anhängen und es so über den Rundfunk abbuchen.

Hr. Meyer wirkt wie weggetreten.

Hr. Schulz:
Hohohoho, Buri Al Arab ist doch so was von out.

Hr. Meyer kriegt kaum noch Luft.

Fr. König:
Herr Meyer. Mein Gott, HERR MEYER!!!

Hr. Richter:
Was ist denn los Kalle?

Fr. König:
Um Himmels willen. Soll doch jemand den Notruf rufen?

Hr. Richter:
Jetzt mal locker, der atmet ja noch. Was ist los Kalle?

Meyer erholt sich nur langsam und schnappt verzweifelt nach Luft.

Hr. Meyer:
Pfffi...sn.

Hr. Richter:
Was?

Hr. Meyer:
Pfingsten!

Hr. Richter:
Ja genau, da will ich nach Dubai.

Hr. Meyer:
Pfingstmontag?

Hr. Richter:
Ja, da auch! Wenn ich schon mal da bin.

Fr. König:
Was ist denn los, Hr. Meyer?

Hr. Meyer:
Pfingsten kommt, und wir stecken doch schon mitten in der Tatort Sommerpause!!!!

Hr. Richter:
Ja, war doch deine Idee. Du wolltest es doch in diesem Jahr etwas lockerer angehen, damit das ganze ARD-Kader rechtzeitig zum Eröffnungsspiel in Sao Paulo ist.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Ja, aber da hab ich nicht mehr an Pfingsten gedacht. Das ist eine Katastrophe!!!

Fr. König:
Wieso denn?

Hr. Meyer:
Pfingstmontag! Wir können doch nicht an einem Pfingstmontag keinen Tatort senden!

Hr. Richter:
Wieso nicht?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Das ist einfach so. Das ist heilig. Ostermontag, Pfingstmontag, 26. Dezember sind heilig. Da bringen wir die ganz grossen Kisten!

Fr. König:
Ja, aber das geht jetzt nicht mehr.

Hr.Meyer:
Waaaaaaas??????? So was will ich in diesem Raum nie mehr hören! Verstanden?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Fr. König:
Ja, verstanden. Herr Meyer.

Hr. Meyer:
Und du Manfred hör endlich auf so sau blöd zu lachen. Sonst bist aber flugs wieder auf deinem alten ausgefransten Sessel, du. So wichtig war nun deine Stimme im Verwaltungsrat auch nicht. Gell.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Is ja gut Kalle, wir finden eine Lösung.

Hr. Meyer:
Steffi, haben wir noch was rum liegen? Irgendeinen Brüller. So ne Quoten-Sau.
Münster, Franziska aus Köln, irgend so was?

Fr. König:
Ähm, lass mich mal nachsehen. Hmmm.

Hr. Meyer:
Komm schon, Münster. Das sind doch die Lustigen, oder?

Fr. König:
Hmmm. Sieht schlecht aus.

Hr. Meyer:
Dann halt den neuen vom Schweiger. Hamburg muss in die Luft fliegen an Pfingsten.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Der ist erst in Planung.

Fr. König:
Ich hätte da einen. Eine Rohfassung aus Luzern. Die würde man zusammen kriegen, bis Pfingsten.

Längere Stille im Raum.

Hr. Meyer:
Lu-was?

Fr. König:
Luzern, Schweiz.

Schallendes Gelächter im Raum.

Hr. Meyer:
Schweiz? Die sind doch seit Jahren nicht mehr dabei.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Doch doch Kalle, die machen wieder mit.

Hr. Meyer:
Was? Seit wann?

Hr. Richter:
Ne ganze Weile.

Hr. Meyer:
Zahlen sie?

Fr. König:
Ja, wesentlich mehr als alle andern...

Hr. Richter:
... aber sag es ihnen nicht.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Na also, sehr gut.

Fr. König:
Also, Luzern?

Hr. Meyer:
So, fertig mit dem Spass. Soweit kommt’s noch. An einem Pfingstmontag.
Ne, ich brauche was Richtiges. So ne richtige Wumme.

Fr. König:
Nix, finde absolut nix.

Hr. Meyer:
Waaaas? Dann lasst uns einen drehen. Die Kasperl aus Münster müssen ran. Oder eine neue Serie erfinden. Moritz Bleibtreu. Der muss her. Sag ich ja schon lange. Lasst uns einfach einen mit dem drehen. Irgendwo. Was gibt’s noch nicht. Bei euch was im Pott?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
...Ah ne, da ist ja dieser Psycho-Freak. Halt irgendwas. Irgendwo. Egal. Sofort drehen.

Fr. König:
Ja, aber Pfingsten ist doch in 3 Wochen, Herr Meyer.

Hr. Meyer:
Na und. Werden doch wohl so einen Tatort hinkriegen in drei Wochen, oder nicht?
Andere bauen sich ne ganze Welt in 7 Tagen und machen erst noch einen davon Pause.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Das war kein Witz. Also. Los.

Hr. Richter:
Jetzt mal locker bleiben, Kalle. Ich habe dir vielleicht eine Lösung.
Ich sehe hier in meiner Datenbank, dass wir eine fertige Version haben, bei uns im Süden.

Hr. Meyer:
Bitte sag mir, dass es Münster ist!!!

Hr. Richter:
Ähh, Süddeutschland.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Was?

Hr. Richter:
Stuttgart.

Hr. Meyer:
Können die was?

Hr. Richter:
Ja, die Jungs sind ganz gute Schauspieler. Und in der letzten Zeit wurden auch die Geschichten besser.

Hr. Meyer:
Um was geht’s?

Hr. Richter:
Interne Ermittlung in einem Knast.

Hr. Meyer:
Hatten wir das nicht schon?

Hr. Richter:
Doch, 1000mal. Aber diese Story ist raffiniert. Es geht mal nicht nur um die Insassen, sondern auch um die Wärter. Einer der Kommissare ermittelt undercover als Schliesser und der andere draussen auf der Strasse.

Fr. König:
Sehr geil.

Hr. Richter:
Zudem gibt es eine Art Knast König, den alle nur den King nennen.

Fr. König:
Sehr geil.

Hr. Meyer:
Was? Das hatten wir doch eben in Bremen.

Hr. Richter:
Nein, das war Papa, und der war ja nicht im Knast. Jetzt ist es der King!

Fr. König:
Sehr sehr geil.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Klingt Scheisse.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Richter:
Lass dich nicht täuschen. Der ist wirklich gut. Ziemlich harte Sache und clevere Story.

Hr. Meyer:
Scheiss auf Stroy.

Fr. König:
Ääämm...
Stuttgart hatte in den letzten 2 Jahren die drittbesten Quoten überhaupt.

Hr. Meyer
Was?

Hr. Richter:
Tja, so ist es.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Boooooom. Stuttgart Pfingstmontag, das ist unser Ding. Stuttgart und Pfingstmontag gehören einfach zusammen. Wusste ich es doch. Steffi, Medienmitteilung raus: Tatort aus Stu..

Fr. König:
...Stuttgart haben wir uns extra als Leckerbissen für den Pfingstmontag aufgespart. Eine coole Kiste, für die heissen Tage. Danach ist Sommerpause und ihr müsst WM im Ersten schauen.

Hr. Meyer:
Ich liebe dich.

Fr. König:
Hihihi.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
So, damit wäre das geklärt. Was wollten wir eigentlich besprechen?

Hr. Richter:
Ähm, die Anfangszeit vom Pilawa.

Hr. Meyer:
Och so en Dreck, muss dringend los. Der Generaldirektor kommt doch heute, da muss ich einen guten Eindruck machen.

Fr. König:
Ja, selbstverständlich.

Hr. Meyer:
Lasst uns doch die Pilawa Sache das nächste Mal klären. Interessiert eh keine Sau.

Hr. Richter:
Also in Sitzung Nummer 7 meinst du?

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Steffi...

Fr. König:
Ja, klar. Ich mache einen Termin.

Hr. Meyer:
Bist die Beste.

Fr. König:
Hihihi.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Macht’s gut.

Hr. Richter:
Tschü.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Meyer verlässt den Raum, kommt aber gleich nochmals zurück.

Hr. Meyer:
Gibt’s noch eins der Brötchen?

Fr. König:
Hier.

Hr. Meyer:
Danke. Die nehme ich auch gleich noch mit. Hab sie ja bezahlt.

Hr. Schulz:
Hohoho.

Hr. Meyer:
Sau lecker sind die. Sau lecker. 


Erwartungs-Barometer: 4,5
Die Note danach: 4,5

0 = Von jedem herkömmlichen Sitzungszimmer
6 = Von Sitzungszimmer 14b


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