11. Dezember 2011

Tatort: Schwarze Tiger, weisse Löwen (Hannover)



Es scheint, als hätte die ARD eine clevere Programm-Planung. Nach dem eigenwilligen Ausflug ins Niemandsland vom letzten Sonntag, setzen sie diese Woche auf Hannover. Wahrscheinlich die Tatort Reihe, die der eigenen Linie am meisten treu bleibt. Irgendwie auch zwangsläufig. Die Voraussetzungen in Niedersachsen für spannende Krimis sind doch eher ungünstig. Eine Stadt, die von vielen als die langweiligste Grossstadt Deutschlands bezeichnet wird und eine Region, die absolut nichts Spektakuläres zu bieten hat und die eigentlich keinen Menschen interessiert. Aber genau das machen sie seit Jahren zu ihrem Konzept, äusserst erfolgreich. Die Stadt wird schlicht und einfach ignoriert, ermittelt wird meistens in der ländlichen Umgebung, die Fälle eher leise, gute Geschichten, ohne Action, ohne Spektakel und dazu ein sehr gutes Schauspielensemble. Ganz simpel eigentlich, aber äusserst effektiv. Neben den zwei Clowns aus Münster, ist Charlotte Lindholm die mit Abstand beliebteste Kommissarin beim deutschen Publikum. Ich selber würde diese Reihe wohl kaum auf Platz 2 wählen. Zu nervig sind die privaten Geschichten, die nebenher laufen und zu absurd scheint mir, dass die Kommissarin immer genau da ist, wo auch zufälligerweise etwas passiert. Das zieht sich komischerweise seit Jahren durch und wird auch diesen Sonntag wieder geschehen. Eigentlich schade, da beides absolut nicht nötig wäre. Ich also schaue sie gerne, aber so grandios, wie Deutschland sie findet, finde ich sie definitiv nicht. Nichts desto trotz, liefert das Team aus Niedersachsen konstant gute Drehbücher, konstant gute Schauspieler und die Zuschauer mögen halt auch das Privatleben der Kommissarin. Es gibt also für den NDR absolut keinen Grund irgendwas an dem Rezept zu ändern. Und wer die Fälle von ihr bis jetzt mochte, der wird auch diesen Sonntag nicht enttäuscht. Lindholm wird „zufälligerweise“ Zeugin einer Explosion auf dem Lande und kommt so schrittweise einem „Fall Kampusch“ auf die Schliche. Klingt eigentlich nach einen viel zu grossen Thema für einen Tatort.  Eine TV Kritik lässt jedoch hoffen: „Die grausamen Details stehen zum Glück nicht im Vordergrund des ruhig erzählten Dramas“.

Erwartungs-Barometer:  64% 
Die Note danach: 4,5

Empfehlung: Zufälle und Privatleben ignorieren, dann lohnt sich das Einschalten!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von den Kleinfeld-Doodle Einträgen!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Tom Jenny’s Comeback!

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4. Dezember 2011

Tatort: Das Dorf (Wiesbaden)



Auch in Hessen ist ein neuer Kommissar am Werk. Der hervorragende Schauspieler Ulrich Tukur bekommt es in seinem zweiten Fall mit einem Mord in einem äusserst absurden Kaff zu tun. Wer seinen ersten Einsatz gesehen hat (eher mässig), der weiss, dass diese neue Figur, der typische Klischee-Ermittler von heute ist. Sehr verschlossen, schlecht gelaunt, jedoch äusserst clever und erfolgreich. Aber die Wiesbadener haben sich zusätzlich noch was ganz Spezielles einfallen lassen. Er leidet nämlich an einem Hirntumor namens Lilly, der immer wieder zum Thema wird und mit dem er auch redet. Dieser Zusatzstrang gibt den Autoren natürlich extrem viel Spielraum. Ob das jedoch über eine längere Zeit in den Geschichten funktionieren wird, muss sich erst noch weisen. Für seine Figur jedoch birgt sich darin ein enormes Potential.
Und trotzdem wird das die bis anhin schwierigste Einschätzung, seit ich dieses Barometer schreibe. Angeblich ein spannender Gruselkrimi, inklusive Kommissar mit Halluzinationen und völlig grotesken Figuren, soll es sein. Ob das zu einem Tatort passt oder nicht, ist äusserst schwierig einzuschätzen. Auf der einen Seite, gehe ich davon aus, dass ich diesen Fall eher weniger gut finden werde. Auf der andern Seite aber, schreibe ich dieses Barometer ja für euch. Und ich bin mir sicher, dass der Eine oder Andere durchaus grossen Gefallen an dieser Geschichte finden werden wird. Also Top oder Flop? Klar ist nur, es ist ein mutiger Versuch vom Hessischen Rundfunk und obwohl ich so meine Zweifel habe, lasse ich mich natürlich gerne eines Besseren belehren. Die Vorabkritiken der TV Presse, sind jedenfalls durchwegs positiv!

Erwartungs-Barometer:  50%
Die Note danach: 3,5
 

Empfehlung: Quasi die Erwartungsmitte aus 20% von mir und 80% für euch!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Mango Lassi am Winterfeldplatz!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Imrems Zimtkebabs zur Weihnachtszeit!

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27. November 2011

Tatort: Ein ganz normaler Fall (München)



Es scheint, als ob die Tatortmacher dieses Barometer fürchten. Die Qualität bleibt weiterhin top, die ARD verwöhnt uns seit Wochen mit wirklich guten Filmen. Und ein ganz normaler Fall aus München kann auf diesem Niveau natürlich locker mit halten. Es stellt sich nur die Frage, wie eine solch langweilige Stadt, mit solch langweiligen Einwohnern, seit Jahren ein konstant hohes Tatort-Niveau halten kann? Ich vermute Geld und Elite! Die Kinoindustrie wandert zwar immer mehr nach Berlin und in den Osten ab, aber in Sachen Fernsehfilm, ist München immer noch das Mass aller Dinge. Und da das Bayrische Fernsehen relativ viel Geld in die Tatorte steckt, gehören ihre Filme auch mal für mal zu den Besten. Klar, über das Kommissaren-Paar lässt sich streiten, und die Vorstadtgeschichten aus der Münchener Au, sind nicht jedermanns Sache, aber Ausreisser nach unten gibt es nur sehr selten. Somit steigen natürlich auch die Erwartungen für diesen Sonntag, trotz einem Thema, welches ich in deutschen Filmen kaum mehr ertragen kann. Mord in einer Synagoge und wie setzt sich die heutige Generation Juden mit dem Leben in Deutschland auseinander. Uuaahhh.
 
Erwartungs-Barometer:  79% 
Die Note danach: 5

Empfehlung: München gehört zum TV-Pflichtprogramm und auch dieser Tatort wird wohl kaum enttäuschen. Abzüge gibt’s bei mir jedoch für jede, der nicht enden wollenden Juden-, Hitler- oder DDR- Geschichten. Egal in welcher Stadt!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Aussehen des BAT Damenteam 05/06!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Aussehen des BAT Herrenteam 05/06!

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20. November 2011

Tatort: Der Tote im Nachtzug (Frankfurt)



Wie letztes Wochenende versprochen, bleibt das Niveau sehr hoch. Während im ersten Fall mit den neuen Frankfurt Kommissaren (Eine bessere Welt, 08.05.2011), vor allem die Schauspieler überzeugten (insbesondere Joachim Krol), klingt dieses Mal auch die Geschichte äusserst interessant. Ein Toter trifft mit dem Nachtzug aus Warschau in Frankfurt ein. Was für eine Ausgangslage! Spannung, Humor, Anspruch, Action und sogar ein bisschen Erotik werden versprochen. Solche Aussagen treiben das Barometer natürlich in die Höhe! Subtitel: „Ein ungewöhnlicher Fall erfordert unkonventionelle Massnahmen“!

Erwartungs-Barometer:  83% 
Die Note danach: 5,5

Empfehlung: Mit einem der besten Deutschen Schauspieler überhaupt und nun auch noch mit einem guten Drehbuch, macht Frankfurt endlich wieder richtig Spass!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rays Stocktasche!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rays Cheerleader-Können!

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6. November 2011

Tatort: Borowski und der coole Hund (Kiel)



Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mich einmal so freuen werde, dass schon wieder ein Borowski kommt. Während der letzte aus meiner Sicht der mit Abstand beste Tatort war, seit ich dieses Barometer schreibe, scheint Kiel diesen Sonntag nun noch eine Schippe drauf zu legen. Klar, der Kommissar selber wird nie ein Schimanski und die Sibell hat hoffentlich in der Zwischenzeit paar Schauspielstunden genommen, aber die Geschichte!
Während sich andere Städte mit absurd schlechten Storys nur so konkurrieren, hat man im Norden kapiert, was wirklich wichtig ist und hat kurzerhand Starautor Henning Mankell engagiert! Schon im letzten Kieler Tatort hat man gesehen, dass eine gute Geschichte, die durchschnittlichen Schauspieler und eine durchschnittliche Stadt, locker wettmachen kann. Und jetzt setzten sie noch einen drauf. Der NDR hat es kapiert. Der Tatort ist das Flaggschiff eines jeden Dritten, da sollte nie gespart werden. Erst recht nicht beim Drehbuch!

Erwartungs-Barometer:  89%
Die Note danach: 5,5 

Empfehlung: Kiel schiesst sich in die Tatort Oberliga!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rapha an einer Russischen Hochzeit!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rapha an einer Russischen Hochzeit!

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