27. November 2011

Tatort: Ein ganz normaler Fall (München)



Es scheint, als ob die Tatortmacher dieses Barometer fürchten. Die Qualität bleibt weiterhin top, die ARD verwöhnt uns seit Wochen mit wirklich guten Filmen. Und ein ganz normaler Fall aus München kann auf diesem Niveau natürlich locker mit halten. Es stellt sich nur die Frage, wie eine solch langweilige Stadt, mit solch langweiligen Einwohnern, seit Jahren ein konstant hohes Tatort-Niveau halten kann? Ich vermute Geld und Elite! Die Kinoindustrie wandert zwar immer mehr nach Berlin und in den Osten ab, aber in Sachen Fernsehfilm, ist München immer noch das Mass aller Dinge. Und da das Bayrische Fernsehen relativ viel Geld in die Tatorte steckt, gehören ihre Filme auch mal für mal zu den Besten. Klar, über das Kommissaren-Paar lässt sich streiten, und die Vorstadtgeschichten aus der Münchener Au, sind nicht jedermanns Sache, aber Ausreisser nach unten gibt es nur sehr selten. Somit steigen natürlich auch die Erwartungen für diesen Sonntag, trotz einem Thema, welches ich in deutschen Filmen kaum mehr ertragen kann. Mord in einer Synagoge und wie setzt sich die heutige Generation Juden mit dem Leben in Deutschland auseinander. Uuaahhh.
 
Erwartungs-Barometer:  79% 
Die Note danach: 5

Empfehlung: München gehört zum TV-Pflichtprogramm und auch dieser Tatort wird wohl kaum enttäuschen. Abzüge gibt’s bei mir jedoch für jede, der nicht enden wollenden Juden-, Hitler- oder DDR- Geschichten. Egal in welcher Stadt!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Aussehen des BAT Damenteam 05/06!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Aussehen des BAT Herrenteam 05/06!

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20. November 2011

Tatort: Der Tote im Nachtzug (Frankfurt)



Wie letztes Wochenende versprochen, bleibt das Niveau sehr hoch. Während im ersten Fall mit den neuen Frankfurt Kommissaren (Eine bessere Welt, 08.05.2011), vor allem die Schauspieler überzeugten (insbesondere Joachim Krol), klingt dieses Mal auch die Geschichte äusserst interessant. Ein Toter trifft mit dem Nachtzug aus Warschau in Frankfurt ein. Was für eine Ausgangslage! Spannung, Humor, Anspruch, Action und sogar ein bisschen Erotik werden versprochen. Solche Aussagen treiben das Barometer natürlich in die Höhe! Subtitel: „Ein ungewöhnlicher Fall erfordert unkonventionelle Massnahmen“!

Erwartungs-Barometer:  83% 
Die Note danach: 5,5

Empfehlung: Mit einem der besten Deutschen Schauspieler überhaupt und nun auch noch mit einem guten Drehbuch, macht Frankfurt endlich wieder richtig Spass!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rays Stocktasche!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rays Cheerleader-Können!

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6. November 2011

Tatort: Borowski und der coole Hund (Kiel)



Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mich einmal so freuen werde, dass schon wieder ein Borowski kommt. Während der letzte aus meiner Sicht der mit Abstand beste Tatort war, seit ich dieses Barometer schreibe, scheint Kiel diesen Sonntag nun noch eine Schippe drauf zu legen. Klar, der Kommissar selber wird nie ein Schimanski und die Sibell hat hoffentlich in der Zwischenzeit paar Schauspielstunden genommen, aber die Geschichte!
Während sich andere Städte mit absurd schlechten Storys nur so konkurrieren, hat man im Norden kapiert, was wirklich wichtig ist und hat kurzerhand Starautor Henning Mankell engagiert! Schon im letzten Kieler Tatort hat man gesehen, dass eine gute Geschichte, die durchschnittlichen Schauspieler und eine durchschnittliche Stadt, locker wettmachen kann. Und jetzt setzten sie noch einen drauf. Der NDR hat es kapiert. Der Tatort ist das Flaggschiff eines jeden Dritten, da sollte nie gespart werden. Erst recht nicht beim Drehbuch!

Erwartungs-Barometer:  89%
Die Note danach: 5,5 

Empfehlung: Kiel schiesst sich in die Tatort Oberliga!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rapha an einer Russischen Hochzeit!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Rapha an einer Russischen Hochzeit!

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23. Oktober 2011

Tatort: Mauerpark (Berlin)



Berlin, Berlin, Berlin. Uns ist wohl allen klar, dass der Berliner Tatort das Niveau der Stadt nie und nimmer erreichen werden kann. Aber warum die Berliner über Jahre keinen einzigen guten Tatort lieferten, ist mir wirklich ein absolutes Rätsel. Die 2 Kommissare sind doch ganz gut und grandiose Geschichten liegen in dieser Stadt an jeder Ecke... Aber wem sage ich das. Vielleicht genau deshalb. Die Autoren sahen vor lauter Geschichten den Wald nicht mehr. Es musste schon ein Schweizer (Florian Froschmaier) kommen, um den Berlinern zu zeigen, dass man die Stadt auch mal erkennen darf in einem Tatort. Das eine Geschichte auch mal wirklich mit Berlin zu tun haben kann und nicht in jeder x-beliebigen Stadt spielen könnte. Schweizer, die den Berlinern ihre Stadt erklären müssen, kennen wir ja.
Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass es nun nach 10 Jahren Ritter und Stark tatsächlich aufwärts gehen könnte.
„Mauerpark“: Abgefuckter Look, ein Titel, der Berlinerischer nicht sein könnte und eine Story, bei der mir übel wird, so abstrus klingt sie. Aber was haben wir dieser Stadt nicht schon alles verziehen?

Erwartungs-Barometer:  78%
Die Note danach: 4 

Empfehlung: 1% Geschichte. 7% Schauspieler und 70% Stadt!

0% = ungefähr so viel Erwartung wie von Roly‘s  3-Linien Vision!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von 5 Schweizern im BAT Powerplay!

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16. Oktober 2011

Tatort: Das schwarze Haus (Konstanz)


Eine gute und eine schlechte Nachricht vorne weg. Die gute: Reto Flückiger ist weg! Die schlechte: Der Tatort bleibt scheisse. Nachdem ich doch einige Beschwerden bekommen habe, die Ausführungen meines Systems, letzten Sonntag, seien zu komplex gewesen, halte ich mich dieses Mal ganz simpel.
Warum eine solch hervorragende Theaterschauspielerin wie Eva Mattes nicht reicht um einen guten Tatort zu machen, weiss ich spätestens, seit ich diesen Sommer selber in Konstanz war. Wer will schon einen Krimi in einem Städtchen sehen, in dem sich nur Einkaufstouristen (Schweizis) und gestörte, reich-alternativ Radl-Fahrer (Deutsche) aufhalten. Ein schöner See reicht nicht, es braucht eben auch eine Stadt und vor allem auch eine Geschichte. „Ein Täter ermordet Künstler am Bodensee, nach Vorgaben aus Romanen eines lokalen Schriftstellers“. Drehbuch-Oscar Garantie!

Erwartungs-Barometer:  09% 
Die Note danach: 2,5

Empfehlung: Beim letzten Borowski schrieb ich, es gäbe keinen Grund nicht einzuschalten. Hier sehe ich absolut keinen Grund einzuschalten.

0% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Timo Krone als Bundesliga-Trainer!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von Zauberer Rudini bei der Pablo Schimpanso Show!

PS: Zu diesem Tatort fällt mir ein Zitat (von einem weisen Mann) ein, welches ich mal gelesen habe.
„Tatort ist wie Bundesliga. Ganz egal wenn eine Folge mal Scheisse war, nächsten Sonntag geht’s weiter“!

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9. Oktober 2011

Tatort: Das erste Opfer (Stuttgart)



Mit Stuttgart werde ich einfach nicht warm. Sowohl das alte Kommissaren-Paar, wie jetzt die zwei neuen (obwohl mittlerweile auch schon ihr 9. Fall), können nur sehr selten überzeugen. Sie interessieren als Figuren einfach nicht. Irgendwie verhält es sich mit diesem Tatort, wie mit der Stadt. Wer z.B. weiss schon, dass Stuttgart die 3. grösste Agglo! in ganz Deutschland hat. Ein riesiges Einzugsgebiet also, mit Kulturen aus aller Welt. Ein unendliches Potential sowohl fürs Fernsehen, wie auch für interessierte Besucher. Aber wer von euch hat sich jemals auch nur einen Gedanken zu dieser Stadt gemacht (ausser ev. zu Stuttgart 21)? Wer von euch hat sich jemals überlegt einfach mal paar Tage hinzufahren, um die Stadt kennen zu lernen? Wieso auch? Stuttgart ist nett für einen kurzen Besuch, und damit hat es sich. Der Stuggy Tatort ist nett um ihn einmal zu sehen, und damit hat es sich. Dabei klingt diesen Sonntag die Story gar nicht schlecht. Es geht um einen Rachefeldzug, mit 2 komplett verschiedenen Morden zu Beginn. Mehr sei nicht verraten. Rache funktioniert eigentlich immer, und ich mag solche Geschichten. Aber trotz viel versprechender Ausgangslage, bin ich mir sicher, dass die Stuttgart Crew, sowohl vor, wie auch hinter der Kamera, wieder den langweiligen Durchschnitt liefern wird. Kein grottenschlechter, aber eben auch kein guter Tatort. Durchschnitt ist Stillstand. 
Folglich müsste ich logischerweise 50% geben. Aber so einfach ist mein System nicht gestrickt. Im Gegenteil. Es ist äusserst komplex aufgebaut. Da der Durchschnitt eben oft noch fast langweiliger sein kann, als was wirklich Schlechtes, wird das mit einem andern Quotienten berechnet. Der Durchschnitt vom Durchschnitt wird also mit 25% in meinem Erwartungs-Schlüssel aufgelöst. Vergleichbar mit „doppelte Geschwindigkeit ergibt vierfache Zentrifugalkraft.“ 50 % währen also schon wesentlich besser, als Durchschnitt. Und so bin ich also den „Tatorts“ mit 75 möglichen % im Überdurchschnitt, sehr wohl gestimmt. Was aber auch bedeutet, dass 20% nicht gleich viel schlechter als Durchschnitt, wie 30 % besser als Durchschnitt sind. Dieses progressive Tatort–Erwartungs–Barometer lässt mir folglich viel mehr Spielraum für Empfehlungen. Genial!

Erwartungs-Barometer:  26% 
Die Note danach: 3

Empfehlung: Langweilige Stadt, langweilige Menschen, langweiliger Fussball und wohl auch ein langweiliger Tatort (obwohl dank der Story dann ev. doch ganz knapp über dem Durchschnitt).

0% = ungefähr so viel Erwartung wie vom Hauswart an der Mussehlstrasse!
100% = ungefähr so viel Erwartung wie von der Spaghetti Tropicana!
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