25. September 2016

Tatort: Feierstunde (Münster)


Tra tra trallalla, tra tra trallalla, die Kasperlis sind wieder da, die Kasperlis sind da... Potz Holzöpfel und Zipfelchappe, heute sollen ja Kasperli und Seppli richtig ernst daherkommen, ist zu lesen. Thema Amoklauf und Sterbehilfe (schon wieder?).
Da wird der Schweizer Tatort in Deutschland einmal mehr heillos verrissen, unter anderem wegen fehlendem Humor, und eine Woche später kommen ausgerechnet die Münsteraner. Also Entschuldigung. Aber was genau sollte an einer Sterbebegleitungs-Story witzig sein? Warum soll da Humor mit rein? So sehr ich Deutschland liebe, das tue ich wirklich, aber da lache ich lieber mein ganzes Leben lang kein einziges Mal mehr, als mich ob diesem miserablen Humor des Durchschnittsgermanen zu amüsieren.

Erwartungs-Barometer: 3.5

Münster soll für einmal ernster und wuchtiger sein. Bla bla blallalla. Münster bleibt Münster, egal welches Thema.

1 = D’Häx Nörgeligäx und de Umemuuli
6 = De Giizgnäpper im Pfluumewäldli

Die Note danach: 3

Tja, für einmal ernst... aber wenn man Münster den Klamauk wegnimmt, bleibt am Ende leider gar nichts mehr übrig.


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18. September 2016

Tatort: Sterbehilfe (Luzern)


Nein, nein, nein. Bitte nicht. Nein, bitte tut mir das nicht an, liebe Luzerner. Was hat sich das Barometer in den letzten Jahren für euren Tatort stark gemacht. Es hat sich aufgelehnt gegen die vernichtenden Kritiken aus Deutschland, hat sich eingesetzt gegen das Bashing der germanischen Medien, es ist hingestanden und hat sich in einem patriotischen Akt öffentlich zu einer kontinuierlichen Qualitätssteigerung des Schweizer Tatorts bekennt.
Und nun? Nun sieht es tatsächlich so aus, als ob der Flückiger mir persönlich ein Messer in den Rücken rammen wird. Also zumindest ein Messerchen. Oder vielleicht auch nur die Nagelfeile eines Schweizer Sackmessers. Aber immerhin, das schmerzt sicher auch ein bisschen.
Es wäre so schade. Die Luzerner waren auf einem solch guten Weg. Gerade die Themenwahl hat mir persönlich von Anfang an gefallen. Während in Deutschland ein Armbrustmord im Walde oder ein Bergbauer, der mit der Heugabel auf Immobilien-Investoren los geht, als billiges Schweizer Klischee verteufelt wurde, war ich mir immer sicher, dass das schlicht geniale Selbstironie ist. Und gerade das muss die Stärke eines Schweizer Tatorts sein. Es müssen Themen sein, welche das hiesige Leben zeigen. Es müssen Themen sein, die typisch sind für die Region, die auch die Deutschen interessieren, weil sie diese Themen mit uns in Verbindung bringen und selber vielleicht kaum kennen. Zu uns gehören nun einmal Investoren in Bergregionen genau so dazu wie CDs von Steuerbetrügern. Zu uns passt ein Innerschweizer Internat mit reichen Bubis genau so gut, wie ein Ostschweizer Kommissar, der wegen einem mickrigen Mördchen die ganze Luzerner Fasnacht absagen will.
Und genau auf diesem Niveau der guten Ideen würde sich auch der heutige Tatort bewegen. Einer Sterbehelferin widerfährt gleich selber Sterbehilfe, aber unfreiwillig. Der Exit trifft den Exit, oder so. Nicht nur hier ein kontroverses Thema, sondern auch bei unseren Nachbarn, da dort die Sterbehilfe verboten ist. Also wieder ein typisch schweizerisches Thema, eines das bewegt. Für den Tatort eine brillante Idee. Aber leider, leider reicht eine gute Idee noch lange nicht für einen guten Tatort. Viel wichtiger ist es, dass du ein Genie findest, welches diese brillante Idee in ein brillantes bzw. in ein zumindest gutes Drehbuch verpacken kann. Aber dieser unendlich hohen Kunst scheint hierzulande kaum jemand gewachsen zu sein. Gerade in einer Zeit, in der ich dachte, dass auch im Drehbuchbereich einiges gegangen ist, in einer Zeit, in der die Tatorte aus Luzern teilweise wirklich richtig gut wurden, scheint nun der Rückschlag in die Steinzeit zu folgen. Ich brauch nur 2-3 Zeilen darüber zu lesen, schon spüre ich die Behäbigkeit, die Trägheit, und all die Klischees dieses Tatorts heraus. Und ich bin mir absolut sicher: Die Dialoge werden einmal mehr das Hauptproblem sein. Als Schweizer kannst du zwischen Pest und Cholera wählen. Entweder schaust du die Version auf Schweizerdeutsch und du wirst bei jedem zweiten Satz zusammenzucken, da man das so doch niemals sagen würde (keine Ahnung warum kein Mensch glaubwürdige Schweizerdeutsch-Dialoge schreiben kann). Oder du entscheidest dich für die hochdeutsche Version auf ARD. Da sind zwar die Dialoge etwas besser, weil die richtige Drehbuchfassung sicher erst in feinem Deutsch geschrieben wurde, aber da der Film eben in Schweizerdeutsch gedreht wurde, ist die Synchro-Fassung bestimmt wieder dermassen grottenschlecht, dass zwischendurch gar Gespräche zu hören sind, wenn die Schauspieler die Lippen schon gar nicht mehr bewegen.

Erwartungs-Barometer: 3.5

Es ist wirklich äusserst schade. Obwohl wir das Dialog-Problem in jeder Folge hatten, konnte man doch zumindest sagen, dass die Luzerner mit ihren Geschichten die Tatorte aus Saarbrücken, Ludwigshafen oder auch Konstanz weit hinter sich gelassen haben. Stolz konnte ich verkünden, dass die deutschen Medien keine Ahnung hätten und ihre Fresse halten sollten, solange der Spacko-Award nur in ihr Land verliehen werde. Jetzt aber scheint es, dass Flücki und Ritschi wieder von vorne anfangen müssen. Und somit auch das Barometer mit mühsamer Support- und Integrationsarbeit.

1 = Ein Raclette zu Hause
6 = Ein Raclette in einem Schweizer Tatort

Die Note danach: 4.75
Als kleines Patriötchen freue ich mich natürlich sehr, dass ich für einmal ziemlich daneben gelegen habe. Etwas billig fand ich, dass sehr schnell klar war, wer die Täterin ist. Zudem braucht es Einiges an Heimbonus, damit man über den geisteskranken Bruder, der bei einer geisteskranken Fremden wohnt, sowie über dieses lächerliche Demo-Grüppchen hinwegsehen kann. Ansonsten war der definitiv besser als gedacht. Hopp Schwitz.


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4. September 2016

Tatort: Die Kunst des Krieges (Wien)


Für einmal wird das ein etwas kürzeres Barometer. Aber zum normalerweise starken Tatort aus Österreich gibt es eigentlich auch nicht viel zu sagen. Viel eher etwas zu fragen:

Was macht ein Drehbuchautor, der die Idee hat, Bibi und Moritz gegen das organisierte Verbrechen kämpfen zu lassen, jedoch weiss, dass sie bereits gegen jeden auch nur erdenklichen Clan gekämpft haben?

Richtig, er fängt mit den Geschichten einfach wieder von vorne an.

Also, machen wir mal wieder Rotlicht-Milieu. Da kann man etwas Schleuser-Story, ein paar böse Zuhälter aus allen Herren Ländern und gemäss dem Trailer auch mindesten noch ein peinlich schlecht inszenierter Österreicher und ein komisches Hündchen mit ins Drehbuch packen.
Das alles hatten wir zwar schon des Öftern, aber im richtigen Leben gibt es ja auch mehr als nur eine Verbrecher-Organisation.
Nur die Umgebung fühlt sich etwas neu an. Während meine zwei Lieblingsösterreicher normalerweise in der ländlichen Provinz oder mitten in der Grossstadt werkeln, gibt es für sie dieses Mal etwas dazwischen. Ein Puff im grünen Gürtel von Wien. Vorstadt-Mafia also. Klingt nicht grad vielversprechend. Ich befürchte eine miserable Story, aber so lange die Zwei weiterhin wienerisch granteln und die Dialoge auf gewohntem Niveau daherkommen, ist dem Barometer a bissl egal, was drum herum passiert.
Ob sie nun das iranische Atomprogramm stoppen, den israelischen Geheimdienst entlarven, oder wie heute, mal wieder ein paar Menschenhändler verkloppen, ist komplett irrelevant. Hauptsache sie machen irgendetwas.

Erwartungs-Barometer: 4.5 (Ø aus Story 3.5 und Wiener Team 5.5)

Sicher nicht die besten und schon gar nicht die glaubwürdigsten Drehbücher. Oft würden die bei andern Teams nicht annähernd funktionieren. Aber wenn du dem bestharmonisierten Paar, die bestmöglichen Dialoge auf den Leib schneiderst, sind die Gschichten für einmal Nebensache.

1 = Solch klischierte Schnarchgeschichten
6 = Was Bibi und Moritz aus solch klischierten Schnarchgeschichten noch rauszuholen vermögen

Die Note danach: 3.5
So ein öder Schmarrn. Diese Story konnten nicht mal Bibi und Moritz retten.


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28. August 2016

Tatort: HAL (Stuttgart)


Uiuiui, war das eine dröge Start-Episode letzten Sonntag. Köln mal wieder völlig uninspiriert. Gut, es war nicht anders zu erwarten. Wäre der Tatort besser gewesen, hätte ihm die ARD kaum den Arschloch-Termin gegeben. Aber lassen wir Vergangenes ruhen. Wir stecken in Woche zwei der neuen Saison und können vielleicht schon ein erstes Highlight bejubeln.
Stuttgart geht nämlich erfreulicherweise genau den umgekehrten Weg von Köln. Lange fand ich Stuggi äusserst dürftig, aber so kontinuierlich wie Köln schlechter wurde, wurden die schwäbischen Folgen besser. In der letzten Zeit teils richtig gut. Und während in Köln selbst die Kommissare irgendwie gelangweilt und abgelöscht durch die Kulissen torkeln, sprudeln die zwei Herren aus Stuttgart mittlerweile vor Spielfreude. Die besseren Drehbücher beflügeln die zwei, die Rollen von Kommissar Bootz und Lannert bereiten ihnen sichtlich Spass. So was überträgt sich selbstverständlich auch auf den Zuschauer. Es ist aber nicht nur die Qualität, die besser wurde. Urplötzlich wagt sich der SWR auch an schwierige Themen und zeigt sich bei der Umsetzung jeweils ziemlich risikofreudig. So stach ihr Flüchtlings-Tatort aus all den andern Flüchtlings-Tatorten raus. Die Inszenierung ging unter die Haut. Mit Mut zur Konfrontation hat Stuttgart eine schmerzhafte Authentizität hingekriegt.
Aber auch mit dem Tatort zum realen Bahnhofprojekt lieferten sie ein deftiges Stück Tatortgeschichte ab. Selbst echte Politiker mussten sich danach vor der Öffentlichkeit rechtfertigen. Nichts mit vornehm süddeutscher Zurückhaltung. Inszeniert wurde die „Stuttgart 21“-Folge damals übrigens von Niki Stein, welcher nun auch bei dieser neuen Folge Regie führte. Ein sehr kontroverser Filmemacher, dessen Werke immer wieder heiss diskutiert werden. Das wird auch mit diesem Tatort nicht anders sein, da er uns mit einem Novum überraschen wird. Ein Science Fiction Tatort!?! Zwar kennen sicher die Meisten von euch die Geschichte eines Computer-Programms, das sich selbstständig macht und zur Gefahr für die Menschen wird, aber im Tatort haben wir so was noch nie gesehen. Klingt also erst einmal ziemlich absurd, aber eben auch ziemlich interessant.

Erwartungs-Barometer: 5

Science Fiction und Tatort, welch schwierige Fusion! Stuttgart aber ist genau das Team, das momentan solche Dinge wagt. Es kann in die Hosen gehen, keine Frage. Aber lieber volle Kanne scheitern, als Kölner Grütze, die vor durchschnittlicher Langeweile weder scheitern noch gelingen kann.
Aber was rede ich hier von „volle Kanne scheitern“, eigentlich erwarte ich ja ein „Gelingen“.

1 = Sehr schlecht
6 = Sehr gut

Die Note danach: 5
An Hollywood Sci-Fi gemessen, wirkte die ganze Inszenierung natürlich etwas lächerlich. Selbst die Pappkulissen der Future-Firma sahen eher aus wie das Tell-Star-Studio von 1980. Aber auf unserem Tatort-Level war das doch eine gelungene Idee und eine beachtliche Inszenierung. Mir hat diese Folge gefallen. Auch wenn es durchaus schleierhaft scheint, dass sich das System am Ende nach einer simplen Frage der Chefin, selber ans Messer geliefert hat. Natürlich war der Feind vernichtet, aber Bluesky sollte sich ja selber schützen und mittlerweile intelligent genug sein, um zu kapieren, dass sich ein Geständnis eher negativ auf seine Zukunft auswirken wird. Aber das zeigt halt einmal mehr, dass im Endeffekt Computerprogramme auch nur so intelligent sein können wie die Autoren, welche sie ins Drehbuch geschrieben haben.

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21. August 2016

Tatort: Durchgedreht (Köln)


Das vielleicht heissdiskutierteste Thema im Barometer überhaupt, dieser schlimmstmögliche Termin, dieser erste Sonntag nach der Sommerpause. Wenn du als Sender für deinen Tatort diesen Termin kriegst, kannst du davon ausgehen, dass die ARD dir am liebsten ins nächste Drehbuch kacken würde. Und ein kurzer Blick auf die Saison-Eröffnung der letzten Jahre sagt einiges aus:

- 2010 Ludwigshafen
- 2011 Luzern
- 2012 Luzern
- 2013 Luzern
- 2014 Wien (Luzern jedoch eine Woche später, während die Deutsche Fussball-Nationalmannschaft als frischgebackener Weltmeister ihr erstes EM-Quali-Spiel absolvierte.)
- 2015 Luzern

Und nun, 2016 wie aus heiterem Himmel, so scheint es, trifft es Köln. Und zwar mit voller Wucht. Eine solche Schmach hätte sich auf dem hohen WDR-Ross wohl kaum einer jemals vorstellen können. Ausgerechnet ihr langjähriges Steckenpferd kriegt vom Muttersender eine solch üble Watsche ins Gesicht gepfeffert. Auch wenn das niemals jemand zugeben würde, aber der Schock am Rhein sitzt dramatisch tief. Für das Barometer hingegen kommt diese Entwicklung nicht wirklich überraschend. Natürlich gibt es weit schlechtere Tatort-Teams, aber gemessen am Potential, gemessen an den Möglichkeiten, welche in Köln vorhanden sind, liefern die seit Jahren nur noch ganz dürftige Kost. Köln produziert nach wie vor am meisten Tatorte, aber sie sind so beliebig, dass die ARD schlicht und einfach einen Warnschuss in Richtung Dom abfeuern musste. Aus Barometersicht absolut in Ordnung. Wir wollen wieder das Niveau von früher, wir wollen wieder diese Leidenschaft von damals und nicht nur Dienst nach Vorschrift.

Der Tatort aus Köln ist ja irgendwie eine Art Zweckfreundschaft aus der Vergangenheit. Wer kennt sie nicht, diese Freundschaften, die sich aus irgendeiner Situation ergeben haben? Sei es während eines Projekts, im Sport, im Militär oder wo auch immer. Du erlebst etwas Spezielles mit einem bestimmten Menschen, teilst etwas mit dieser Person und irgendwie werdet ihr in diesem Moment zu echt guten Freunden. Aber wenn du später zurück im richtigen Leben bist, merkst du rasch, dass das Übergeordnete eigentlich das Einzige war, was euch wirklich zusammen gehalten hat. Natürlich, du wirst diese Person immer irgendwie mögen, aber für eine tiefe Freundschaft wird es nicht reichen.
Und so trifft man sich hie und da mal auf der Strasse, weiss nach einem kurzen „Hallo, und wie geht es dir?“ kaum mehr was zu reden und verabschiedet sich alsbald schon wieder mit einem etwas mulmigen Gefühl. Man stand sich doch so nahe.
Und so gab es diese ganz spezielle Zeit. Die Zeit als ich angefangen habe den Tatort zu schauen, als ich angefangen habe mich mit dem Tatort auseinanderzusetzen. Damals war Köln eine feste Grösse. Köln hat mich immer wieder mit raffinierten Drehbüchern, mit simplen Geschichten aus dem Leben überzeugt. Und weil sich damals meine Freunde eher mit Scary Movie und American Beauty denn mit Tatort beschäftigt haben, sass ich oft am Sonntag alleine vor dem Fernseher und war entzückt ob den Kölner Qualitätsfolgen. Sie hatten etwas ganz Spezielles. Und so wurden wir irgendwie Freunde. Eine Zweckfreundschaft, aber eine richtig gute. Fast als würden zum Ende des Tatorts nicht die Kommissare an der Wurstbude am Rhein stehen, sondern der Kölner Tatort und ich. Tja, irgendwann war die Zeit vorbei. Das Tatortschauen wurde zum Alltag und die Folgen aus Köln immer schlechter. Wenn ich ihm heute auf der Strasse begegne, weiss ich kaum noch was ich sagen soll. „Hallo Tatort, wie läuft das Leben? Gut. Und sonst. Alles gut.“ Und ihm geht es bestimmt genau so. Natürlich werden wir die guten Zeiten nie vergessen, aber irgendwie sind wir jeweils beide froh, wenn das Gespräch schnell vorbei ist, wenn 21.45 Uhr ist und wir wieder weiterziehen können. Damals war Köln richtig gut, damals hatten wir uns richtig viel zu sagen, wir haben uns blind verstanden, heute jedoch funktioniert es nicht mehr. Weder diese Tatort-Reihe, noch unsere Freundschaft.
Okay, es gibt sie, die ganz seltenen Ausnahmen. Vielleicht trifft man genau einer dieser Freunde per Zufall an einem Geburtstagsfest, an einer Hochzeit oder sonst irgendwo beim Feiern. Und irgendwie will es, Jahre später, der Moment, dass die gute alte Zeit noch einmal aufgelebt wird. Nur für einen Abend. Vielleicht ein richtig guter Absturz, eine richtig gute Party. Noch einmal drückt diese Hingabe von damals durch. Noch einmal fühlt man wieder genau diese Passion, die einen damals verbunden hat. Noch einmal kann man zusammen lachen, diskutieren, geniessen, loslassen. Genau wie damals. Für einen kurzen Moment ist man sich wieder ganz nah.
An genau diesem Abend, sendete Köln „Franziska“. Ich sass wieder ganz alleine vor dem Fernseher, gefühlte 15 Jahre jünger und es roch wie damals, als ich den Tatort aus Köln geliebt habe, als wir richtig gute Freunde waren. Aber so was passiert vielleicht einmal, danach jedoch trifft man sich wieder zufälligerweise auf der Strasse und weiss kaum fünf vernünftige Sätze zu wechseln. So ist der Tatort aus Köln. Und genau so wird auch diese Folge. Ein Mädchen beobachtet den Mord an Mutter und Bruder. Viel Klaviermusik, einfühlsame Kommissare und eine Kinderzeichnung mit dem Mord. Ich glaube alleine aus Köln kamen schon 34 gleich klingende Drehbücher. Aus dem gesamtdeutschen Raum sicher 150.

Erwartungs-Barometer: 4.25

Spätesten wenn die ARD dir diesen hundsmiserablen Luzern-Sendeplatz verpasst, müsstest du wirklich massiv über die (Dreh)Bücher gehen. Mal sehen, ob sich vielleicht dadurch endlich mal wieder was tut in Köln. Es wäre zu hoffen. Ganz abgeschrieben habe ich ihn nicht. Zu nahe standen wir uns damals an der Wurstbude.

1 = Im Finale verlieren.
6 = Im Bronzespiel gewinnen.

Die Note danach: 3.5
Köln und ich, wie konnte das jemals Freundschaft sein? 


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