Nachdem meine Barometer-Blog-Premiere doch leicht in die
Hosen ging, bzw. meine Prognose, bin ich grad ziemlich froh, dass an diesem
Wochenende kein neuer Tatort ausgestrahlt wird. Natürlich waren die
Schauspieler wieder top (bis auf den Wuschelkopf-Hobby-Polizisten, der unter
aller Sau war), aber so gut das Lesben-Paar und die zwei Kommissare auch
spielten, die Geschichte war dermassen absurd und schlecht, dass auch die
Schauspieler nichts mehr retten konnten. Was ich jedoch erst im Nachhinein
erfahren habe, und all die Unzufriedenen unter euch, auch ziemlich überraschen
wird, diese Story beruhte auf einer wahren Begebenheit! Na
ja, schlecht war er trotzdem, und ich lag mit meiner Einschätzung definitiv daneben. Aber ich verspreche euch, dass ich die Pause nutze um meine ganze Konzentration
und Energie zu bündeln, damit ich euch in einer Woche wieder ein 1A-Barometer-Deluxe
servieren kann!
3. November 2012
28. Oktober 2012
Tatort: Ein neues Leben (München)
Zugegeben,
es ist schon etwas länger her, dass
ich in München gewohnt habe, aber ich würde behaupten, dass ich die
Stadt nach wie vor a bissl kenne. Und mit München verbindet mich eine Art
Hassliebe. Irgendwie war mir die Stadt immer zu sauber, zu korrekt, zu
gradlinig, irgendwie zu perfekt. Auf der andern Seite ist München eben genau
dadurch halt einfach auch eine gute Stadt. In München gibt es gutes Theater,
gute Kinos, gute Clubs, gute Sommer, gutes Essen, gute Tage im Englischen
Garten, gute Momente im Eisbach, guten Fussball, ja in München kann man ein
gutes Leben führen. Und einmal mehr bin ich verblüfft, wie sich diese Tatsachen
auch im Tatort widerspiegeln. Der Tatort ist irgendwie sauber, korrekt,
gradlinig, fast zu perfekt. Nicht falsch
verstehen, ich will mich sicher nicht über einen guten Tatort beschweren! Denn
während in andern Städten viel experimentiert wird, somit viel in die Hosen
geht, aber halt auch mal was grandios explodiert, verlässt man sich in München
auf das gute alte Filmhandwerk, welches man seit Jahrzehnten beherrscht und
welches auch heute noch top funktioniert. Und so ist der Tatort aus Bayern
eigentlich immer gut. Ich könnte über die nächsten 20 Jahre eine 5 prophezeien,
ich würde selten daneben liegen. München weiss einfach, wie man gute
Fernsehfilme macht. In Berlin z.B. werden mittlerweile sicher mehr Filme
gedreht. Da passiert mehr. Der Berliner Film wächst rasant, in Berlin ist die Szene,
in Berlin wird gepröbelt, in Berlin wird erfunden, in Berlin werden Fässer
aufgemacht. In München lässt man das bleiben. Man macht einfach gute Filme, man
macht was man kann, und das macht man gut. Das mag nicht allzu spannend klingen,
aber wenn der Tatort über Jahre konstant gut ist, spielt das ja keine Rolle.
Warum sollte man was Gutes auch ändern? Gut, so läuft das halt in den
Bavaria-Studios. Gute Drehbücher, gute Regisseure, gute Filmsprache, gute
Kamera und vor allem auch immer wieder wirklich gute Schauspieler. Wenn du in
München was verbockst, warten vor der Türe 100 gute Leute, die das beim
nächsten Mal sicher guter machen werden als du. Das gibt den Filmen eine
unheimliche Qualität (eine solche Situation würde übrigens dem SRF sehr gut
bekommen, aber das ist ein anderes Thema). Der Tatort ist in München meist bis
in die hinterletzte Nebenrolle top besetzt. Ich würde sogar behaupten, dass in
München die 40€-Statisten oft bessere Schauspieler sind, als in anderen Städten
die Kommissare. Und ja, neben all den Experimenten in andern Tatorten, ist
dieses gute alte Filmhandwerk eine wahre Offenbarung!
So
auch morgen. Die Geschichte über eine verdeckte Ermittlung bei einer Gruppe
Staubsaugervertreter, bzw. eigentlich einer illegalen Organisation, die Spenden
für kanadische Robbenbabys sammelt, klingt nicht gerade nach einem Schuss durch
die Decke. Aber eben, es ist München!
Erwartungs-Barometer: 5
Die Note danach: 4
Die Note danach: 4
München bläst einen nicht
vom Sofa, die Geschichte ist kein Knaller, aber München war immer gut, ist
immer gut und wird immer gut bleiben, und das ist gut!
0
= ungefähr so viel Erwartung wie von Kuri’s Zustand auf der Treppe zum Joshi
Lamm!
6
= ungefähr so viel Erwartung wie von Kuri als palästinensischer Kampfsoldat in
Schwabing!
Falls
der neue Barometer-Blog nicht euren Vorstellungen entspricht, könnt ihr ihn
unter diesem Link löschen:
27. Oktober 2012
Tatort News
Und wie der Zufall so spielt, sind in der ersten Woche
des neuen Tatort-Barometer-Blogs, gleich zwei Tatort Bomben geplatzt. Ich würde
mal sagen, eine gute und eine schlechte Nachricht.
Zuerst die
Schlechte:
Da freue ich mich wie ein kleines Kind auf ein neues Tatort-Team aus Thüringen und
nun präsentieren die uns Ulmen & Tschirner. Was soll dieser Scheiss?
Versteht mich nicht falsch. Die zwei sind in ihrem Fach hervorragende
Schauspieler und grossartige Entertainer, keine Frage, aber das sind doch keine
Tatort-Ermittler! Himmelherrgott, wer überlegt sich eigentlich so einen Quatsch? Davon, dass Til Schweiger funktionieren
kann, bin ich ja nach wie vor überzeugt, aber nun das Blödel-Duo vom MTV? Da hat man ein Jahr lang Zeit spezielle Typen zu
suchen. Typen, die interessieren könnten, Typen, die einen in eine Geschichte
reinziehen könnten, ja vielleicht sogar Typen, die in den Osten passen, oder noch
besser, Typen, die aus der Region kommen… und dann so was. Ich bin fassungslos.
Nun gut. Während Christian Ulmen ja quasi ein Hamburger ist, so ist die Nora
Tschirner zumindest im Berliner Osten gross geworden. Aber mir gefällt diese
Idee trotzdem ganz und gar nicht. Wenn der Promistatus wichtiger ist als die
Glaubwürdigkeit, dann könnten zukünftig auch Raab & Elton oder gar der Silbereisen
ermitteln. Ich konnte schon kaum glauben, dass dieser Tatort in Weimar spielen
soll, und nun versucht
man mit zwei dusseligen Komödianten auch noch den Münster Tatort zu kopieren. Das MDR
spricht vom Event-Tatort des Jahres, immer zur Weihnachtszeit… Ich glaub, ich
muss kotzen.
Und nun die Gute:
Frankfurt spielt seit Joachim Krol auf allerhöchstem
Niveau. Wirklich ganz gutes TV. Nur die Kommissarin Conny Mey wirkte in ihrem
Joggingoutfit, in ihrer engsten
Jeans und in den Cowboystiefeln oft wie ein kompletter Fremdkörper in den feinen
Geschichten. Mir ist schon klar, dass man mit ihr einen möglichst krassen
Gegenpol zu Krol schaffen wollte, und sie als Schauspielerin wäre ja eigentlich
auch ganz gut dafür. Aber diese Rolle war dermassen übertrieben gezeichnet,
dass ihre Auftritte einen immer wieder aus den Szenen rissen. Und das spürte
wohl keine besser, als sie selber. Sie hat gekündigt und wird nur noch in den
nächsten zwei Folgen zu sehen sein. Eigentlich die falsche Lösung, da das
Unterfangen sicher nicht wegen mangelndem Talent ihrerseits, sondern wegen der
absurd geschriebenen Figur gescheitert ist. Man hätte im Drehbuch ihr Tun und
ihre Art einfach ums 5-fache runterfahren können, und schon hätte man ein perfektes
Duo gehabt. Aber da das in der Entscheidungsetage mal wieder keiner gerafft
hat, ist jetzt halt die Schauspielerin weg. Schade, aber konsequent. Denn eine
Schauspielerin muss sich in einer Figur schon sehr, sehr unwohl fühlen, wenn
sie eine Tatort-Hauptrolle nach nur 5 Folgen kündigt! Zumindest die
Schauspielerin versteht also was von gutem Fernsehen, und wir können uns nun in
aller Ruhe auf den grossartigen Krol und auf gute Geschichten konzentrieren.
21. Oktober 2012
Tatort: Tote Erde (Stuttgart)
Verschont mich doch bitte endlich mit dem Stuttgarter
Tatort. Natürlich, für den Zuschauer gibt es mit Konstanz, Saarbrücken,
Ludwigshafen usw. sicher auch noch schlechtere, aber für einen Barometer-Autor
ist Stuttgart die Pest. Nicht annähernd gut genug, um ein spannendes Barometer
zu schreiben, aber eben auch nicht schlecht genug um einen anständigen
Komplettverriss zu publizieren. Der Stuttgarter Tatort ist ein
unbedeutendes Lüftchen von Nichts. Bereits am Montagabend werdet ihr gar nicht
mehr wissen, worum es eigentlich gegangen ist. Ihr werdet vielleicht
noch wissen, dass er nicht grottenschlecht war, und ihr werdet vielleicht noch wissen,
dass er nicht wirklich gut war. Aber die Geschichte? Keine Ahnung. Macht mal
den Test. Wer von euch kann sich auch nur an eine Geschichte aus einem
Stuttgarter Tatort erinnern? Tja… Genau das meine ich mit „keine Ahnung“. Da
ist mir doch eine Entführung (incl. Ricola) in einem Postauto in die
Appenzeller Berge fast noch lieber. Auch wenn die Szene an Peinlichkeit nicht
mehr zu überbieten war, konnte man darüber zumindest heiss diskutieren, und ihr
werdet diese Geschichte auch in einem Jahr noch in euren Köpfen haben. Das kann
euch mit einem Stuttgarter nie und nimmer passieren. Weder im positiven noch im
negativen Sinne.
Ich brauche euch nur ein einziges Stichwort zu geben und
ihr werdet wissen, was ich damit meine: Ökoaktivist!
Also Entschuldigung. Mag ja sein, dass so was bei uns in
den 80er Jahren für Spannung gesorgt hätte, aber heute? Ok, in Stuttgart ist
das Thema sicher präsenter. Immerhin haben sich da vor nicht allzu langer Zeit fast
drei Generationen (40-90 jährige) komplett neu erfunden, haben sich die Haare
unter den Armen spriessen lassen, Pullover gestrickt, haben sich mit
Baumarkt-Kabelbinder an morsche Bäume gekettet und haben sich von
Polizeiwasserwerfern durch die Luft schleudern lassen. Das war vielleicht mal
ein Erlebnis. Jeder durfte mitmachen, jeder durfte nochmals die Sau rauslassen,
nochmals das Leben spüren, bevor es zurück in den Nachkinder-Ehealltag im
Reihenhäuschen oder gar ins Altersheim ging. Das mag ja süss gewesen sein.
Gebracht hat’s bekanntlich nix und so was nun in einen Tatort zu verpacken,
bringt noch weniger (obwohl das Drehbuch mit Stuttgart 21 natürlich nichts zu
tun haben wird). Dieser Fall spielt in der wesentlich spektakuläreren Freeclimber-Szene.
Buuhhhuuuuu. Wirklich krass. Die Story wird mir also das Gesicht lähmen, und da
mich die zwei Kommissare fast noch weniger interessieren, wird das wohl wieder
ein Stuttgarter, wie die Stuttgarter nun mal sind: Langweilig und ohne
jegliches Potential nach oben oder nach unten. Das einzig Positive daran, ich
werde am Montagabend schon wieder vergessen haben, um was es in diesem Tatort eigentlich
ging.
Erwartungs-Barometer: < 4
Die Note danach: 3,5
Die Note danach: 3,5
Als Film wird es für eine 4 reichen und darum würde es
ja in einer Empfehlung eigentlich auch gehen. Aber aus Tatortbarometer-Gesamtsituation-Übersicht
wird die Wahrheit eher tiefer liegen.
0 = ungefähr so viel
Erwartung wie von der Tipp-Zuverlässigkeit PFK Niva!
6 = ungefähr so viel
Erwartung wie von der schrecklich harten Zeit, wenn R.S. in den USA arbeiten
muss!
Falls ihr kein Interesse
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14. Oktober 2012
Tatort: Borowski und der freie Fall (Kiel)
Und schon wieder Kiel. Es scheint, als ob die im hohen
Norden mittlerweile monatlich eine Tatort- Folge produzieren. Aber sind wir
ehrlich, uns kann das nur recht sein, denn so haben wir die Garantie, dass wir
in jedem Monat mindestens einen guten
Tatort zu sehen kriegen. Wie vor kurzem erwähnt, ist für mich Kiel im Moment
die konstant beste Tatort-Reihe. Natürlich gibt es von den meisten Städten
immer mal wieder eine gute Folge, aber Kiel serviert uns wirklich nur noch
Gourmet- Krimis, und der morgige wird wohl wieder ein richtiger Festschmaus.
Dieses Mahl hat sich der Drehbuchautor wieder was äusserst Cleveres einfallen
lassen. Der Fall des Politikers Barschel, der 1987 in Genf tot in einem
Hotelzimmer gefunden wurde, wird thematisiert und könnte so für den Zuschauer,
durch die Prise Realität, für eine Portion Extraspannung sorgen. Ein
Journalist, der damals angeblich Zeuge war, wird ermordet aufgefunden. Es geht
also um diesen Mord von heute und um Fakten bzw. Verschwörungstheorien von
damals. Wieder ein Experiment, wieder riskiert man in Kiel Einiges und wieder
bin ich mir sicher, dass das absolut gelingen wird.
Was mich jedoch in den letzten Borowski-Folgen immer
leicht störte, war Sibel Kekilli bzw. ihre Rolle als Hilfsscheriffin. Ich fand
sie in „Gegen die Wand“ wirklich klasse, aber in der Tatortreihe hat sie ihren
Platz noch nicht gefunden. Ich habe bis heute nicht raus gefunden, ob ihre
Figur einfach schlecht geschrieben ist, oder ob sie unter dem Strich halt doch keine
so gute Schauspielerin ist. Ok, bis jetzt war sie ja auch eher Beigemüse und
musste sich durch irgendwelche Klischee-Internet-Hacker-Geschichten kämpfen
oder wurde von einem Psycho-Pösteler gestalkt. So richtig entfalten konnte sie
sich definitiv noch nicht. Morgen nun scheint sich das zu ändern. Ihre Rolle
wurde ausgebaut, ihre Figur kriegt wesentlich mehr zu tun und sie wird sich
richtig in diesen Fall reinhängen können. Dieser (freie) Fall wird also zur Reifeprüfung
der Sibel Kekilli werden(was den Tatort angeht). Sie bekommt ihre grosse
Chance, mich nun endlich auch als Kommissarin zu überzeugen (also nicht, dass
sie sich auch nur eine Sekunde für meine Fürze interessieren sollte, aber ich
bin nun mal der, der das Barometer schreibt). Gnadenlos wird sich also zeigen,
ob sie es schafft, ihre ausgebaute Rolle mit einer spannenden Figur zu füllen,
oder ob sie weiterhin ein bisschen planlos durch das Kieler Hafenbecken
schwimmen wird. Klar, das alles ist nur ein fieser Barometer-Nebenstrang, weil
es sonst kaum was zu kritisieren gibt. Aber so ist es halt. Wenn die Qualität konstant
stimmt, steigen die Erwartungen. Klar ist aber auch, der Kieler Tatort wird
einmal mehr richtig gut und über Live-Schaltungen in Talkshows lässt sich für
einmal grosszügig hinweg sehen.
Erwartungs-Barometer: 5,5
Die Note danach: 5,5
Die Note danach: 5,5
Gute Folge aus Kiel = weisser Schimmel.
0 = ungefähr so viel
Erwartung wie von der morgigen Alternative auf ZDF!
6 = ungefähr so viel
Erwartung wie vom morgigen „Autor&Regie“-Duett!
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7. Oktober 2012
Tatort: Nachtkrapp (Konstanz)
Das Tatort im Bodensee tut Jubiläum zum 10 Jahre für
alten Fall aufgerollt wieder neuer Kommissar aus Schweizer Seite. Geht tun
Junge ermordet auf Jugendgruppe. Nachahme Mörder vielleicht falscher aber
damals in Klara Blum Fall ermittelt früher gegen Gefängnis. Fall tragisch sehr
aus Polizist und vom Thurgau. Kommissar von Nerven blank liegen Fehler. Fall
damals tun heute verwechselt Junge wiederholen Mord vom Konstanz zu See. Nebel
lichtet vom Wasser das Sache damals über Buben.
Ungefähr so würde sich das Barometer lesen, wenn es vom
heutigen Drehbuchautor geschrieben werden würde. Tja, was soll man dazu gross
anfügen? Der aufmerksame Barometer-Leser
wird über die Jahre bemerkt haben, dass ich eher kein Fan der Bodensee-Grütze
und der Klara Blümchen bin. Ein ganzes Jahrzehnt gibt es diese ungünstige
Konstellation nun schon, und es waren 10 erbarmungslose Jahre voller Schmerz
& Leid. Und wie es sich für ein würdiges Konstanz-Jubiläum gehört,
schiessen sie mit dieser Folge wieder ganz unten rein. Obwohl die Story (von
einem Bubenmord, der exakt so passiert, wie eine schon vor langer Zeit geklärte
Tat) gar nicht so schlecht klingen würde, kann ich euch einmal mehr ein
monströses Bodensee-Debakel garantieren.
Ich habe vor kurzem gelesen, dass im Durchschnitt 23
fertige Drehbücher bei der jeweiligen ARD Station eingereicht und bearbeitet
werden müssen, bis eines den hohen Ansprüchen genügt, und dann auch wirklich
verfilmt wird! Die Tatortkommission vom Südwestdeutschen Rundfunk musste also
22 noch schlechtere Bücher ertragen, um am Ende diesen Müll produzieren zu
können. Stellt euch das mal vor! Absolut unfassbar, was uns hier wieder vor die
Füsse gebrochen wird. Alleine, dass es überhaupt ein Script auf Erden geben
soll, welches noch schlechter sein
könnte, als dieses, ist wirklich nicht zu glauben. Aber eben, laut Statistik
wurden für „Nachtcrap“ 22 noch grottigere Bücher geschrieben! Wer macht so was?
Gibt es denn kein Berufsverbot oder so? Das sind doch alles Profis? Irgendjemand
muss das doch mal irgendjemandem sagen! Oder schieben die Deutschen dann
einfach wieder die ganze Schuld auf uns, weil da ein neuer Schweizer Kommissar
auftaucht? Aber wir haben das doch nicht geschrieben. Ich habe damit nichts zu
tun! Hilfe. Irgendein überbezahlter Degeto-Kontrolleur bei der ARD muss das
doch mal merken. Oder sieht sich das gar keiner an? Oder wie oder was? Konstanz? Also
Entschuldigung, aber mehr gibt es nun wirklich nicht zu sagen.
Erwartungs-Barometer: 1
Die Note danach: 2
Die Note danach: 2
Schlechte Folge aus Konstanz = weisser Schimmel.
Aber diese Folge wird wohl noch weisser als ein
weisser Schimmel!
0 = ungefähr so viel
Erwartung wie vom heutigen „Autor&Regie“-Duett!
6 = ungefähr so viel
Erwartung wie von der heutigen Alternative auf RTL!
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30. September 2012
Tatort: Alter Ego (Dortmund)
Auf diesen Tag mussten wir lange warten. Der Pott hat
wieder einen Tatort. 15 Jahre nach Schimanski wird endlich wieder ermittelt.
Dortmund könnte dafür perfekter nicht sein. Eine ganz eigene Gegend, eine
eigene Kultur, ein eigenes Volk. Es ist allerhöchste Zeit, dass sich der WDR
neben Köln und Münster nun auch wieder im Ruhrgebiet ausbreitet. Und neben der
Stadt ist eben auch die Ausgangslage extrem vielversprechend. Ein Team von vier
Leuten wird ermitteln, und wir als Zuschauer sollen immer ganz nah dran sein.
So wird es angeblich keine einzige Szene geben, in der nicht mindestens ein
Kommissar zu sehen sein wird (ausser vielleicht beim Mord…). Der Zuschauer wird
immer nur gerade so viel wissen, wie die Ermittler selber auch. Natürlich wird
mit diesem Konzept nicht der Tatort neu erfunden, aber man will damit den
Zuschauer mitten in die Geschichte reissen, ohne Kompromisse. Weit weg von all
den ausgeflippten Psycho-Exzessen, zurück zum guten alten Krimi-Format. Die
Idee passt mir sehr, da man diesen Stil tatsächlich lange nicht mehr gesehen
hat. Und da neben all den oben erwähnten Punkten auch die Schauspieler
vielversprechend klingen, würden meine Erwartungen eigentlich bei einer glatten
6 liegen!
Würden! Wenn ich das Barometer normalerweise schreibe,
würde ich hier nun noch 2-3 Worte zur Geschichte schreiben und danach wäre
eigentlich fertig. Ich informiere mich jeweils über die Ausgangslage, lese,
worum es in der Story geht, wer mitspielt und wer dahinter steckt. Kritiken
lese ich praktisch keine. Ich will mich ja auf mein Gefühl verlassen. Da nun
aber ein komplett neues Team ermittelt, ja ein komplett neuer Tatort entstanden
ist, konnte ich es für einmal nicht lassen. Ich gestehe, ich habe gesündigt und
mich hinter all die Berichte gemacht, die von Kritikern geschrieben wurden, die
den Film eben schon gesehen haben. Ich bin zutiefst schockiert. (Nicht nur ab
meinem grenzwertigen Verhalten, sondern eben vor allem auch wegen dem
Gelesenen). Obwohl die Mehrheit der Kritiker diesen Tatort durchaus lobt,
glaube ich, dass da eine Riiiiiiiiiiiesenchance vertan wurde. Ein depressiver
Kommissar, der tablettensüchtig ist, zwei Ermittler landen schon in der ersten
Szene zusammen in der Kiste, die Morde geschehen zufälligerweise grad im
Schwulen-Milieu, es wimmelt und bimmelt vor lauter Ruhrpott-Klischees. Aber was
will man von einem Drehbuchautor auch erwarten, der vorher weit über 100 Folgen
„Forsthaus Falkenau“ geschrieben hat? Stellt euch vor, was hier möglich gewesen
wäre. Ein neues Team in einer solch spannenden Stadt. Ich sah die abgefuckten
Dortmund Bilder schon vor mir. Die sauguten Kommissare, die einem mit einer
authentischen Geschichte direkt in dieses Kohlenpott-Leben schleudern. Hier
hätte ein gutes Team nur noch ernten müssen, aber bei Sätzen wie, „Die Figuren kriegen gleich von Anfang an
eine enorme Tiefe!“ schaudert es mich bis tief ins Mark. Das klingt zwar sehr
gut, aber kann gar nicht funktionieren. Ich glaube all die Kritiker, die diesen
Tatort so positiv bewerten, hatten einfach nicht den Mut, schon bei der ersten
Folge einen anständigen Verriss zu publizieren. Aber wenn ich mir aus all den
Rezensionen ein Barometer zusammen spinnen muss, (was nun mal mein Anspruch
ist), dann weicht die anfängliche Euphorie, einer tiefen Depression, wie sie
angeblich auch der Hauptkommissar morgen Abend durchmachen wird und meine
Erwartung sinkt somit leider auf eine 2.
Erwartungs-Barometer: 4
Die Note danach: 3
Die Note danach: 3
Erstes Spiel verkackt, aber eine zweite Chance
verdient ein Jeder.
0 = ungefähr so viel
Erwartung wie von all den nicht so schönen Partys!
6 = ungefähr so viel
Erwartung wie von „Die schöne Party“?
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16. September 2012
Tatort: Hochzeitsnacht (Bremen)
Deutschlands Norden dominiert die Tatort Liga! Erst der
Kieler, der meine Erwartungen erneut übertroffen hat, dann plant Hamburg neben
Til Schweiger auch noch eine zweite, komplett unabhängige Reihe mit W.W.
Möhring *, Hannover trumpft bald mit einer Doppelfolge auf und nun lädt der NDR
auch noch zu einer Bremer Hochzeit. Über die Stadt Bremen habe ich ja schon in
meinem letzten Bremen-Barometer ausführlich berichtet. Dieses Mal fokussiere ich mich auf das
Wesentliche:
Modernes,
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Modernes, Modernes, Modernes, Modernes, Modernes, Modernes, Modernes….
Nur wer das „Modernes“ kennt, der kann auch die Stadt
Bremen verstehen. Und genauso verhält es sich eben auch mit dem Tatort. Eher
unauffällig, auf den ersten Blick eher unspektakulär, auch eher langweilig
wirkende Kommissare. Aber lasst euch auch dieses Mal nicht täuschen. Seid ihr
erst mal drin (im Modernes) wollt ihr nie mehr raus. Ich glaube zwar, dass die
Geschichte um eine überfallene Hochzeitsgesellschaft etwas zu absurd
konstruiert sein wird, um auf höchstem Niveau tanzen zu können. Zu verschroben
die Idee, das Augenmerk für einmal zu sehr auf Knall und Rauch, auf Effekt,
anstatt auf Story gelegt, aber die Idee gefällt mir trotzdem wieder sehr gut
und wer sich drauf einlassen kann, dem wird er gefallen. Vielleicht tut
bisschen übertriebenes Tempo den etwas fädigen Kommissaren sogar ganz gut. Eine
TV- Kritik bringt es wahrscheinlich ziemlich auf den Punkt: Schräg, schnell und
spannend! Womit wir wieder mitten im „Modernes“ wären.
Erwartungs-Barometer: 5
Die Note danach: 5
Die Note danach: 5
Empfehlung: Man sollte Bremen niemals unterschätzen.
(Aber wohl auch nicht überschätzen…)
0 = ungefähr so viel
Erwartung wie von TV Eiche Horn Bremen!
6 = ungefähr so viel
Erwartung wie von, ja von was wohl?
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*Die Frage darf erlaubt sein. Wieso tut Hamburg das? Trauen
sie dem Superstar Til Schweiger so wenig zu, dass sie tatsächlich noch eine
zweite Reihe starten wollen? Ist vielleicht von Anfang an geplant, dass
Superstar Til Schweiger eh nur einen Krimi spielen wird, und die Dreharbeiten
zum Übernächsten (ohne ihn) konnten aber nicht geheim gehalten werden? Oder dreht
der Superstar Til Schweiger einfach dermassen viel Kokkowäh
Keinohrscheissendreck, dass er pro Jahr max. eine Tatort Folge machen kann? Was
natürlich für eine Weltstadt wie Hamburg def. nicht reichen würde. Schliesslich
hat sich ja der Cenk Batu jährlich 25mal in irgendwelche Organisationen
reingem()ogelt. Wir kennen die Antwort nicht, aber das Barometer bleibt für
euch dran!
9. September 2012
Tatort: Borowski und der stille Gast (Kiel)
In der Zeit, in der ich nun dieses Barometer schreibe,
wurde Kiel für mich zur ganz grossen Überraschung (im positiven Sinne). Während
ich früher weder der Stadt, noch dem Schauspieler oder gar dem Tatort selber
grosse Beachtung geschenkt habe, gehören die Kieler heute zu den wirklich
feinen Krimi-Folgen. „Borowski und die Frau am Fenster“ war gar die Beste
überhaupt, in der Barometer-Ära. Aber mit dem Erfolg steigen natürlich auch die
Erwartungen, und die wird der Morgige kaum erfüllen können. Zu verschroben
klingt die Geschichte von einem Mörder der durch Wände gehen kann, aber dann
irgendwie alles doch nichts damit zu tun hat, weil man den wirklichen Mörder
ziemlich schnell kennt… usw. Hmmm??? Bei einer andern Stadt würde ich in
diesem Falle wohl eher abraten. Aber mit dem Wissen, was der NDR in den letzten
paar Folgen geleistet hat, vermute ich, dass auch dieser gerade noch die Kurve
kriegen wird. Die Schauspieler werden es richten und besonders die unter euch,
die gerne etwas absurde Geschichten mögen, welche überhaupt keinen Sinn machen,
die werden morgen Abend sicher zufrieden ins Bettchen gehen.
Erwartungs-Barometer: 4,5
Die Note danach: 5,5
Die Note danach: 5,5
Empfehlung:
Kleiner Ausreisser nach unten, aber gerade noch ok.
0 = ungefähr so viel Erwartung wie von R.S. vor einem
Gläschen Salmiakki!
6 = ungefähr so viel Erwartung wie von T.J. vor einem
frischen Katzenkistchen!
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